Kaiser Wilhelm II gilt als der letzte Kaiser des Preußentums und stammte aus der Dynastie der Hohenzollern. Seine Regierungszeit von 1888 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wird auch als „Wilhelminische Epoche“ bezeichnet. Zahlreiche Überlieferungen, ebenso seine selbst verfassten Werke, berichten von einem ereignisreichen Leben und bedeutenden historischen Zeungnissen, die sein Schaffen bewirkte.

Kaiser Wilhelm II

Kaiser Wilhelm II gilt als der letzte Kaiser des Preußentums.

Leben bis zum ersten Weltkrieg

Bereits bei der Geburt Kaiser Wilhelms II gestalteten sich die Abläufe nicht als gewöhnlich. Dem Tod gerade noch entkommen, trug er seit dem eine Behinderung am Arm mit sich, die häufig Schwierigkeiten bereiten sollte. Bis zur Kaiserkrönung widmete Kaiser Wilhelm II sein Leben dem Militär und wurde nebenbei als zweiter Anwärter des Thrones auf diese Rolle vorbereitet. Durch das berühmte Dreikaiserjahr, in dem sowohl sein Großvater, als auch sein Vater nach 99 Tages Regierungszeit ablebten, wurde er zum Kaiser gekrönt.

Seine Amtszeit ist durch widersprüchliche Maßnahmen geprägt. Zum einen galt er als „Kaiser des Volkes“ und setzte sich demnach im Zeitalter der Industrialisierung für verbesserte Arbeitsverhältnisse ein. Seine angestrebten Sozialgesetze führten allerdings zu keinen nennenswerten Erfolgen. Auf der anderen Seite sorgte seine konservative Einstellung zum Kaisertum für Abkehr der Bevölkerung. Das Einführen des Dreiklassenwahlrechts, dem Verbot sozialdemokratischem Gedankenguts durch die „Sozialistengesetze“, sowie das starke Interesse an Rüstungsindustrie schafften eine Kluft zwischen Volk und Kaiser. Nach Entlassung Bismarcks kam es durch einen umschwingenden politischen Kurs zu Spannungen innerhalb Europas – der Erste Weltkrieg war die Folge.

Bedeutung im Ersten Weltkrieg

Seine Rolle als Kaiser verlor im Verlauf des Krieges immer mehr an Bedeutung. Utopische Kriegsziele, die bereits in Kaiser Wilhelms Regierungsweise anklangen, sorgte dafür, dass er bei seinen Vertrauten keine Zustimmung oder Mitspracherecht erhielt. Eine starke Machtgebietsauweitung, Kolonialisierung und unrealisierbare Kriegsentschädigungen schafften einen Bruch zwischen Kaiser Wilhelm II und der obersten Heeresleitung. Zum Kriegsende im Herbst 1918 erbitte diese das Waffenstillstandsgesuch mit Kriegsgegnern sowie eine demokratische Grundlage des deutschen Reiches. Für das Einstellen eines Friedens fordete die USA jedoch die Abdankung Kaiser Wilhelms II. Diese wurde zunächst auf freiwilliger Basis erbeten, ab Oktober allerdings eingefordert. Nach Revolten und Aufständen zur Abdankung des Kaisers, wurde diese im Novenber bekannt gegeben. Unmittelbar darauf flüchtete Kaiser Wilhelm II in die Niederlande, wo er bis zu seinem Tod 1941 lebte und vor Auslieferungen geschützt wurde.

Historisches Erbe

Aufgrund seiner großen Bedeutung für Militarismus, sind vorallem Schiffe und militärische Befestigungen nach ihm benannt. Doch auch Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen tragen seinen Namen. Seine Memoiren, sowie historische und kulturelle Schriften ermöglichen eine detaillierte Sicht auf sein Leben.

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