Die Weimarer Republik ist eine Epoche der deutschen Geschichte und bezeichnet die Zeit der parlamentarischen Demokratie zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933.

Die Entstehung der Weimarer Republik

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg kam es in Deutschland im Herbst 1918 zur sogenannten Novemberrevolution. Die kriegsmüde Bevölkerung bildete Arbeiter- und Soldatenräte und begehrte gegen die vormals machthabenden Eliten auf. Kaiser Wilhelm II. musste sich dem politischen Druck beugen und abdanken, während am 9. November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen wurde. Sie erhielt ihren Namen nach der thüringischen Stadt Weimar, in der die Nationalversammlung im Februar 1919 erstmals tagte.

Die verschiedenen Phasen der Weimarer Republik

In der Zeit ihres Bestehens hatte die junge Republik mit zahlreichen Problemen und Krisen zu kämpfen. Historiker unterscheiden neben der turbulenten Revolutionsphase der Gründung drei Phasen der Republik:

  • die politischen und wirtschaftlichen Krisenjahre 1919-1923
  • die relative Konsolidierung und Stabilisierung in den „Goldenen Zwanzigern“ der Jahre 1924-1929
  • die Zeit der Präsidialkabinette, die zum Ende der Republik und zur Machtergreifung Hitlers führte, 1930-1933

In den ersten Jahren erlebte die Weimarer Republik ein Erstarken der politischen Extreme. Kommunisten und Nationalsozialisten lieferten sich Straßenschlachten untereinander und gingen jeweils gegen die Regierung vor. Insbesondere von rechter Seite wurde die Republik massiv bedroht; die politischen Morde an Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Walter Rathenau sowie die Putschversuche von Kapp (1920) und Hitler (1923) erschütterten die Weimarer Republik in diesen Jahren. Hinzu kam die schwierige wirtschaftliche Lage durch die massive Inflation, welche sich vor allen Dingen aufgrund der im Versailler Vertrag festgehaltenen Reparationsleistungen ergab.

Ab 1924 erfolgte eine relative Entspannung der politischen Lage und eine Zeit der kulturellen Blüte setzte ein, in der sich neue Strömungen der Literatur, Kunst, Musik und Architektur entwickelten. Politisch tat sich in dieser Phase insbesondere der Außenminister Gustav Stresemann hervor, dem es gelang, die Weimarer Republik durch geschickte Diplomatie aus ihrer internationalen Isolation zu führen. Doch die inneren politischen Probleme hatten sich nicht gelöst.

Dies zeigte sich vor allen Dingen seit 1929, in der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Die Massenarbeitslosigkeit führte zu einer Radikalisierung der Wählerschaft, mehrheitsfähige Regierungen konnten nicht mehr gebildet werden. Nach massiven Wahlerfolgen der NSDAP zu Anfang der 30er Jahre schaufelte sich die Weimarer Republik schließlich ihr eigenes Grab, indem einer Koalitionsbildung der NSDAP und der DNVP unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers zugestimmt wurde. Die von Hitler errichtete Diktatur zerstörte die Grundfeste der Weimarer Republik innerhalb weniger Wochen.

Friedrich Ebert

In der Zeit ihres Bestehens hatte die Weimarer Republik zwei Reichspräsidenten (Friedrich Ebert und Paul von Hindenburg).

In der Zeit ihres Bestehens hatte die Weimarer Republik zwei Reichspräsidenten (Friedrich Ebert 1919-1925 und Paul von Hindenburg 1925-1934) sowie zahlreiche Reichskanzler. Rein formell blieb die Verfassung der Weimarer Republik auch im Dritten Reich bestehen und wurde erst 1945 durch die Alliierten aufgelöst.

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