Die Bildung ist ein zentraler Aspekt unserer Gesellschaft. Gerade in der westlichen Welt gilt Bildung als Indiz für Intelligenz und als Voraussetzung für den beruflichen Aufstieg. Doch sie ist mehr als das. Bildung ist ein Recht, das in der westlich zivilisierten Welt jeder Mensch hat, egal ob männlich, weiblich, religiös eingestellt oder politisch versiert. Aber was genau bedeutet „Bildung“?

Was ist Bildung?

Der Begriff selbst ist darauf zurückzuführen, dass Menschen im Hinblick auf ihr „Menschsein“ geformt werden sollen. Die geistigen Fähigkeiten sollen ausgebaut werden, was bedeutet, dass der Mensch ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu seinem Umfeld, anderen Personen und der ganzen restlichen Welt haben soll. Er soll nicht blind akzeptieren, sondern danach streben, die Dinge zu hinterfragen. Dies zu erreichen, soll der Mensch durch schulische und universitäre Einrichtungen gebildet werden. Daher gibt es ein lebensbegleitendes System, das bei der allgemeinen Schulpflicht einsetzt und danach optional weitergeführt werden kann. Während die Schulpflicht, wie der Name schon sagt, eine Pflicht ist, der man sich in der Regel nicht entziehen kann, sind alle weiteren Bildungsstadien, d. h. nach Abschluss der 10. Klasse freigestellt. Dennoch gilt, dass alle die gleichen Chancen haben sollen und niemand aufgrund von irgendwelchen Aspekten benachteiligt bzw. bevorzugt behandelt werden darf.

Was bedeutet „Recht auf Bildung“?

Nicht überall haben junge Menschen die Chance zur Bildung

Nicht überall haben junge Menschen die Chance zur Bildung

Bei dem Recht auf Bildung handelt es sich um ein Menschenrecht, das 1948 in Kraft getreten ist. Dieses Recht gilt als eigenständiges und kulturelles Menschenrecht und dient als zentrales Instrument, um die Verwirklichung anderer Menschenrechte zu fördern. Das bedeutet, dass jeder Mensch einen Anspruch auf den freien Zugang zu Bildung hat, um eine Chancengleichheit anzustreben. Es bedeutet auch, dass niemandem willkürlich dieses Recht vorenthalten werden kann. Folglich ist es egal, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe man hat. Auch welche Sprache man spricht, welchem Kulturkreis man entstammt oder welcher Religion man angehört, ist gleichgültig. Zudem spielen auch politische Ansichten oder körperlichen Behinderungen keine Rolle, wenn es um das Recht auf Bildung geht. Durchgesetzt wird dieses Recht durch die Schulpflicht, welche vorsieht, dass jeder Schüler die erste bis zehnte Klasse durchlaufen muss. Dabei gibt es unterschiedliche Schularten. Nach dem Schulabschluss besteht außerdem die Möglichkeit, an einem Gymnasium das Abitur zu machen und sich gegebenenfalls in einer Universität, Fachhochschule oder Volkshochschule weiterzubilden. Auch im Beruf gibt es immer die Möglichkeit, sich fortzubilden. Dies geschieht entweder firmenintern oder privat, indem man sich für Volkshochschulkurse anmeldet. Die Chance zur Bildung wird zumindest in unserer westlichen Gesellschaft jedem gegeben, doch ist sie andernorts nicht für jeden so selbstverständlich zugänglich wie hier.