Die XYZ-Analyse (auch RSU-Analyse genannt) findet in der Materialwirtschaft seine Anwendung. Sie ist ein Verfahren, das zur Klassifizierung von Lagerartikeln genutzt wird. Im Gegensatz zu der ABC-Analyse, bei der man die Gruppen aufgrund des wertmäßigen Anteils am Verbrauch bestimmt, werden die Gruppen bei der XYZ-Analyse durch das Verbrauchsverhalten der Güter festgelegt.

Aufbau

Bei der Analyse unterteilt man die Artikel in drei Kategorien: X, Y und Z.

Die Materialen der X-Kategorie weisen einen regelmäßigen und konstanten Verbrauch auf, während die Güter der Y-Kategorie regelmäßigen Schwankungen unterliegen, die z. B. saisonal bedingt sein könnten.
In der Y-Kategorie werden die Artikel eingestuft, die einen völlig unregelmäßigen Verbrauch aufweisen und deren Absatz damit auch sehr schwer bzw. gar nicht zu kalkulieren ist.

Untersuchungen haben ergeben, dass das X-Material in der Regel 50 Prozent, das Y-Material 20 Prozent und das Z-Material 30 Prozent des Gesamtmaterials ausmachen.

Vorgehensweise

In der XYZ-Analyse eignen sich die X-Materialien am besten für eine Just-in-time-Produktion(, was bedeutet, dass auf Abruf produziert wird), weil man den Verbrauch dieser Materialien gut kalkulieren kann und somit weniger Lagerkosten hat.
Bei den Y-Artikeln sollte man eine Vorratsbeschaffung in Betracht ziehen, weil man so auf höhere Nachfrage reagieren kann.
Auf eine Beschaffung im Bedarfsfall sollte man sich bei den Z-Materialien beschränken, da sie nicht regelmäßig abgesetzt werden und somit nur zusätzliche Lagerkosten verursachen würden.

Funktion

Die XYZ-Analyse hat eine sehr große Bedeutung für den Unternehmer, weil er durch die Analyse viel mehr Sicherheit in Bezug auf die Planung und Verwaltung seiner Materialien hat.
Er kann beispielsweise seine Lagerkosten reduzieren, wenn er weiß, dass er nicht nur X-Materialien besitzt. Er kann außerdem wahrscheinlichere Aussagen über die Verbrauchsstruktur seiner Artikel tätigen.

Des Weiteren kann der Unternehmer durch die XYZ-Analyse eine detailliertere Fehleranalyse vornehmen, da seine Materialien in mehrere, übersichtlichere Kategorien geordnet sind.
In Kombination mit der ABC-Analyse kann das Material sogar in neun Materialgruppen unterteilt werden, was eine noch präzisere Überprüfung ermöglicht.