Unter Konjugation versteht man die Formveränderung von Verben (Tätigkeitswörtern). Dem Wortsinn nach bedeutet Konjugation = Beugung. Neben der Anfügung von Endungen, werden bei einigen Verben noch zusätzliche Änderungen vorgenommen. Die Konjugation dient der genaueren Bestimmung des jeweiligen Verbs, und zwar im Hinblick auf folgende Kategorien:

– Numerus (Person, 1., 2. und 3. Person),
– Tempus (Zeit): Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
– Handlungsart (Aktiv und Passiv) und
– Modus (Aussageart: Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ)

Nur Verben unterliegen der Konjugation! Bei der Flexion anderer Wortarten spricht man dagegen von Deklination!

Beispiele für die Konjugation

Ein wichtiger Umstand dabei ist die Tatsache, dass regelmäßige, unregelmäßige Verben und Verben mit gemischter Konjugation unterschiedlich konjugiert werden.

1. Beispiel für regelmäßige Verben:
ich frage – ich fragte – ich habe gefragt
(Bei regelmäßigen Verben ändert sich der Stamm nie!)

2. Beispiel für unregelmäßigen Verben:
ich komme – ich kam – ich bin gekommen
(Hier ändert sich der Stammvokal. Im Präteritum und beim Partizip Perfekt haben die unregelmäßigen Verben zum Teil andere Endungen als die regelmäßigen Verben.)

Nur Verben unterliegen der Konjugation.

Nur Verben unterliegen der Konjugation.

3. Beispiel für die gemischte Konjugation:
ich denke – ich dachte – ich habe gedacht
(Die gemischten Verben ändern zwar ihre Stämme, die Endungen sind aber regelmäßig)

Bei den regelmäßigen Verben ergeben sich in der Regel kaum Schwierigkeiten. Lediglich die Auswahl des korrekten Hilfsverbs ist zu beachten. Die unregelmäßigen Verben bereiten dagegen oft größere Probleme, denn die Veränderungen am Stamm sind mühsam zu erlernen und auch die Wörter sind häufig nicht ohne weiteres zu erkennen. Im Vergleich zu anderen Sprachen fällt im Deutschen auf, dass nur wenige Zeitformen sich in einem Wort ausdrücken lassen. Wesentlich häufiger werden für die Bildung Hilfsverben benötigt.

Angewendet auf ein Beispielverb ergibt sich für den Indikativ (der Indikativ wird für die Darstellung der Wirklichkeitsform verwendet. Im Gegensatz dazu wird der Konjunktiv für die Darstellung der Möglichkeitsform angewandt) folgende Übersicht:
Aktiv Passiv
Präsens ich mache Es wird gemacht
Präteritum ich machte Es wurde gemacht
Perfekt ich habe gemacht Es ist gemacht worden
Plusquamperfekt ich hatte gemacht Es war gemacht worden
Futur I ich werde machen Es wird gemacht werden
Futur II ich werde gemacht haben Es wird gemacht worden sein

An diesem Beispiel kann man erkennen, dass lediglich im Präsens und im Präteritum eine Verbform verwendet wird, die aus einem einzigen Wort besteht. Eine Konjugation verläuft anders als eine Deklination oder Flexion und bildet auch in der deutschen Grammatik keine Besonderheit im Vergleich zu anderen Sprachen.