Schulpolitik ist Ländersache und jedes Bundesland hat für die Fachoberschulreife einen anderen Namen und oft auch andere Voraussetzungen. Der Begriff Fachoberschulreife bezeichnet den mittleren Bildungsabschluss in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Mittlere Reife wird er in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern genannt. In Rheinland-Pfalz heißt er Qualifizierter Sekundarabschluss I. Niedersachsen nennt ihn Sekundarabschluss I oder Realschulabschluss und Berlin, Hessen, Bayern, Saarland und Bremen nennen ihn Mittleren Schulabschluss. Synonym gilt hier auch der Begriff Mittlerer Bildungsabschluss.

Die Fachoberschulreife eröffnet viele Möglichkeiten beruflicher oder schulischer Natur. Es gibt Berufe für die sie Voraussetzung ist, um eine Lehrstelle zu erhalten. Sie macht es möglich, dass der Schüler Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Gymnasien oder Berufskollegs besuchen kann. Der Zugang zu den Schulen ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und richtet sich nach einem festgelegten Notendurchschnitt und der Abschlussprüfung.
Die Zentrale Abschlussprüfungen zum Ende der Klasse 10 erfolgt in allen Bundesländern. In NRW und Berlin-Brandenburg wird die Prüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch abgelegt. Es handelt sich um schriftliche Prüfungen, die landeseinheitlich gestaltet sind. Die Note zur Erlangung der Fachoberschulreife wird dabei zu fünfzig Prozent aus der Vornote gebildet und zu fünfzig Prozent aus der Prüfungsnote. Vornote ist die Note, die durch den Besuch des 10. Schuljahrs erworben wurde.
Wer den Notendurchschnitt erreicht, erlangt die Fachoberschulreife.
Verschiedene Bundesländer verlangen zum Besuch der gymnasialen Oberstufe einen mittleren Schulabschluss mit Qualifikationsvermerk. Damit kann das Abitur gemacht werden.

Die Fachoberschulreife berechtigt nicht zu einem Studium, sondern ist die Voraussetzung eine Schulform zu besuchen, die es erlaubt die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben.

Wer die Prüfungen in der 10. Klasse der Realschule bestanden hat, erhält die Fachoberschulreife. Schüler, die die Prüfungen nicht bestanden haben, aber die 10. Klasse erfolgreich abschließen, erhalten den erweiterten Hauptschulabschluss. 
Die Fachoberschulreife wird in Hauptschulen unterschiedlich erreicht. Das ist von dem jeweiligen Gesetzesstandard des Bundeslandes abhängig.
In Baden-Württemberg geschieht das über die Werkrealschule oder die Hauptschule mit Werkrealschule. In Bayern ist der Mittlere-Reife-Zug maßgebend. In Niedersachsen und Berlin wird ein freiwilliges 10.Schuljahr mit A-Kursen in Mathematik, Deutsch und Englisch verlangt. In Nordrhein-Westfalen muss die Klasse 10 Typ B absolviert werden. Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern erfolgt die Erlangung über die regionalen Schulen und im Saarland über die erweiterte Realschule.
Die Gesamtschule vergibt die Fachoberschulreife mit dem Abschluss der 10. Klasse. Diese wird in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mit oder ohne Qualifikation, die zur gymnasialen Oberstufe berechtigt vergeben.
Das Gymnasium verlangt den Abschluss der 10. Schulklasse und Prüfungen oder in einigen Bundesländern genügt die Versetzung in die 11. Klasse.
Die Berufsschulen vergeben die Fachoberschulreife, wenn die Lehre erfolgreich abgeschlossen wurde und an der Berufsschule weitere allgemeinbildende Unterrichtsfächer abgelegt wurden. Ein bestimmter Notendurchschnitt muss auch erreicht werden.