Konjugation – Was ist das?

Der deutsche Begriff Konjugation entstammt dem lateinischen Substantiv coniugatio bzw. dem lateinischen Verb coniugare und bedeutet Verbindung bzw. verbinden. Bei einer Konjugation wird das Verb an eine der 3 unterschiedlichen Personen angepasst. Die 3 unterschiedlichen Personen existieren sowohl im Singular (d.h. Einzahl) also auch im Plural (d.h. Mehrzahl) und lauten im Singular ich, du, er bzw. sie bzw. es und wir, ihr, sie im Plural. Die Konjugation existiert in sämtlichen Zeiten (Tempora) und Modi und muss dementsprechend abgeändert werden.

Regeln der Konjugation

Die Konjugation ist in jeder Sprache mit unterschiedlichen Regeln verbunden und wird auch als „Beugung“ bezeichnet. Egal ob die spanische Konjugation, die französische Konjugation oder andere romanische Sprachen mit indogermanischer Wurzel: Die Konjugationen sind verschieden und müssen von den Schülern der Sprache teils mühsam erlernt werden. Die deutsche Konjugation des Verbes „Rufen“ lautet im Indikativ Präsens Aktiv wie folgt:

Ich ruf-e
Du ruf-st
Er / Sie / Es ruf-t

Wir Ruf-en
Ihr Ruf-t
Sie Ruf-en

Die Konjugation definiert sich also neben den unterschiedlichen vorgestellten Personalpronomen, die hier stellvertretend für die unterschiedlichen Personen stehen, durch die sich unterscheidenden Verbalausgänge: „e, st, t, en, t, en“. Der Stamm „ruf“ hingegeben bleibt während der gesamten Konjugation im Präsens unverändert. Um den Unterschied der diverser Konjugationen der Sprachen deutlich zu machen, bietet sich zusätzlich die englische Konjugation an, die als vergleichsweise einfach gilt. Analog zum deutschen Verb „Rufen“ lautet die Konjugation des englischen Verbes „to call“ wie folgt:

I call
You call
he / she / it calls

we call
you call
they call

Wie schnell ersichtlich wird, ist die englische Konjugation bis auf die 3. Person Singular im Indikativ Präsens (Simple Present) identisch.

Die unterschiedlichen Tempora in der Konjugation

Konjugieren kann man die Verben in allen Tempora. Typisch für ein Tempuswechsel des Verbes ist entweder der Austausch des Wortstammes, die Veränderung der Endungen oder aber ein zusätzliches Silbenelement, das auf das jeweilige Tempus hinweist. Setzt man das deutsche Verb „Rufen“ nun also in die Vergangenheit, muss es heissen:

Ich rief
Du rief-st
er / sie / es rief

Wir rief-en
Ihr rief-t
Sie rief-en

Im Englischen hingegen ist die einfache Vergangenheit (Simple Past) durch eine Endungsveränderung gekennzeichnet, die sich aber während der Konjugation nicht verändert und deshalb wiederum als besonders einfach gilt. Die Konjugation des englischen Verbes „to call“ lautet in der Vergangenheit (Simple Past) wie folgt:

I called
you called
he / she / it called

we called
you called
they called

Neben den regelmäßigen Verben gehen einige Tempuswechsel mit Stammveränderungen einher. Hieraus ergeben sich die sogenannten Verbalstämme der unregelmäßigen Verben, die in allen Sprachen unterschiedlich sind.

Beispiel:
Gehe, ging, gegangen (Deutsch)
go, went, gone (Englisch)
eo, ii, itum (Lateinisch)

Die Wortformen bzw. Wortarten sind dabei fast ausschließlich auf eine lateinische „Verwandtschaft“ zurückzuführen. Die Regeln der Konjugation aller Zeiten und Modi können in den diversen Konjugationstabellen der Schulgrammatiken nachgelesen werden.