Einer der längsten und blutigsten Kriege in Europa war der Dreißigjährige Krieg. Dieser Krieg, der von 1618 bis 1648 dauerte, lässt sich neben der damaligen Übermacht des Heiligen Römischen Reiches hauptsächlich auf einen Religionskonflikt zurückführen. Kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges schwelten in ganz Europa zahlreiche Spannungen, die sich letztendlich durch einen Auslöser in Prag, der Hauptstadt der heutigen Tschechischen Republik, entluden.

Ereignisse in Prag

Vor dem Dreißigjährigen Krieg entstanden große Konfliktzonen in Europa. In Westeuropa gab es immer wieder Unstimmigkeiten zwischen den Habsburgern und dem König von Frankreich verbunden mit Interventionen von Spanien. Spanien und Frankreich strebten beide nach mehr Macht. Im Ostseeraum ging es um die Vorherrschaft zwischen Schweden und Dänemark. Dazu kam ein Konfessionsstreit im Reich. Es standen sich plötzlich nach der Reformation zwei Konfessionen gegenüber: Die Katholiken und die Protestanten. Auch in Böhmen kam es im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Religionsanhängern. Diese Kontroverse eskalierte am 23. Mai 1618 mit dem Prager Fenstersturz. Protestantische Adelige stürmten den Sitz des Königs von Böhmen, die Burg von Prag. Im Zuge des Aufstandes demütigten die Adeligen den böhmischen König Ferdinand II., der gleichzeitig auch habsburgischer Kaiser war, und warfen die Statthalter des Königs samt Sekretär aus dem Fenster.

1648 beendete der Westfälische Friede den Dreißigjährigen Krieg.

1648 beendete der Westfälische Friede den Dreißigjährigen Krieg.

Demonstrationen der Macht

Es handelte sich dabei bereits um den 2. Prager Fenstersturz. Der erste Zwischenfall dieser Art fand am 30. Juli 1419 statt. Damals stürmten Hussiten das Rathaus, nachdem der böhmische König Wenzel versuchte, nach der Verbrennung von Jan Hus, dessen Anhänger aus kirchlichen und staatlichen Ämtern auszuschließen. Folgten dem 1. Fenstersturz die hussitischen Kriege so folgte dem 2. Sturz der Dreißigjährige Krieg. Nicht lange nach dem Auslöser führte die Abhängigkeit des Kaisers von anderen Machthabern dazu, dass sich der Dreißigjährige Krieg auf ganz Europa ausweitete. Erst schließen sich Bayern und Spanien dem böhmischen König an, später griffen auch die Schweden und zuletzt die Franzosen ein. War es in früheren Zeiten so, dass die Kriegsherren die Kosten von Kriegen trugen, wurde im Zuge des Dreißigjährigen Krieges aber das Volk zur Kasse gebeten. Egal ob katholisch, protestantisch, kaisertreu oder kaiserfeindlich gesinnt – alle mussten die Regierung mit Bargeld oder Naturalien unterstützen.

Das Volk leidet

Dieses System, das anfangs ganz gut funktionierte, wurde immer brutaler und die Ausbeutungen des Volkes immer massiver. Das Land wurde von riesigen Kriegskarawanen überrollt. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges waren unermessliches Leid und ein Rückgang der deutschen Bevölkerung um ein Drittel. Manche ländlichen Regionen waren völlig ausgestorben. Endlich im Jahre 1643 begannen in Münster und Osnabrück erste Friedensverhandlungen. Allerdings sollte es fünf Jahre dauern, bis endgültig ein Friedensvertrag – der Westfälische Friede – zustande kommt und den Dreißigjährigen Krieg endlich beendet. Es folgt eine völlige Neuordnung der Machtverhältnisse, so werden die Niederlande und die Schweiz unabhängig. Die Habsburger stellen nach wie vor den Kaiser, sind allerdings äußerst geschwächt. Auch Spanien muss seine Machtposition abgeben. Frankreich hingegen ist neben Schweden der große Gewinner des Dreißigjährigen Krieges und dies nützt die Nation für ihren späteren Aufstieg.