Unter Biedermeier versteht man die Zeit zwischen den Jahren 1815 und 1848. Das heißt, der Biedermeier dauert in etwas vom Wiener Kongress bis zur Bürgerlichen Revolution. Zeitgleich fand auch die Epoche des Vormärz statt, der sich aber inhaltlich vom Biedermeier abgrenzt. der Name Biedermeier stammt von einer fiktiven Person, dem schwäbischen Dorflehrer Gottlieb Biedermaier. Seine Erfinder wollten mit dieser Karikatur das Spießbürgertum zu jener Zeit auf die Schippe nehmen. 

Charakteristisch für den Biedermeier ist die Flucht in das Private, in den engen Kreis der Familie und der Freunde und die Idylle. Man findet diese Epoche in der Kunst, Kultur und Literatur wieder.

Leben und Spießbürgertum

Die Menschen zogen sich immer mehr in das vertraute Heim zurück, da sie von den politischen Ereignissen enttäuscht waren. Man traf sich mit den Freunden und der Familie in der guten Stube zu geselligen Kaffeekränzchen und zum gemeinsamen Musizieren, ging Sonntags spazieren und las sich gegenseitig Gedichte, Memoiren, Tagebucheinträge und Reisegeschichten vor.

Die Spielzeug und Möbelindustrie erlebte in dieser Zeit einen wahren Boom

Die Spielzeug und Möbelindustrie erlebte in dieser Zeit einen wahren Boom

Der Mann war das Oberhaupt der Familie und die weiblichen Familienmitglieder lernten Handarbeit und Klavier spielen. Besser gestellte Familien konnten sich außerdem einige Angestellte wie eine Amme oder einen Hauslehrer leisten. Auch den Kindern wurde mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Spielzeugindustrie erlebte eine wahre Blütezeit.

Damenmode

Charakteristisch für die Damenmode dieser Zeit sind schlichte aber auch unbequeme Kleider. Die Frauen betonten ihre Taille und die besser gestellten Damen machten viel Gebrauch von Reifröcken und Korsetten. Besonders modern waren so genannte Ballonärmel, weit ausgestellte Ärmel.

An Mustern waren vor allem Streifen, Blümchen und Karos beliebt. Und abends trug frau dann eine edle Garderobe aus feinster Seide. Der Kaschmirschal und der Sonnenschirm durften auch nicht fehlen.

Herrenmode

Auch die Herren hatten mit unbequemer Kleidung zu kämpfen. Die Kleidung war sehr tailliert und die Hemden waren mit Vatermörder-Kragen ausgestattet. Auf dem Kopf trug Mann Zylinder und an der Hand einen Gehstock- oder Spazierstock.