Der Übergang 15./16. Jahrhundert gilt als der Beginn der Neuzeit, eine Epoche, die heute noch andauert. Unter anderem waren es folgende Ereignisse, welche die Neuzeit entscheidend prägten:

  • 1450 Mobilletterndruck von Johannes Gutenberg
  • 1453 die Eroberung Konstantinopels und das weitere Vordringen der Osmanen nach Europa
  • 1492 die Entdeckung Amerikas und der Beginn der Seefahrtsgeschichte
  • 1517 Martin Luthers Reformation und die daraus resultierenden Glaubenskriege
  • 16. – 18. Jahrhundert weltliche Umwälzungen eingeläutet durch die Französische Revolution und der Napoleonischen Zeit sowie durch die von England ausgehende industrielle Revolution
  • 1873 der große Börsenkrach
  • 1914 – 1918 und 1939 – 1944 Ausbruch der beiden Weltkriege
  • 1989 Zerfall des Ostblocks
  • 1993 Gründung der Europäischen Union
  • aktuell anhaltende Wirtschaftsmiseren

Die Neuzeit in ihrer jüngeren Entwicklung

Geschichte

Nach den revolutionären Ausbrüchen flaute die aufgewühlte Stimmung ab und ging über in die Gründerzeit. Jene Epoche der Neuzeit zeigte ihr erstes Aufkommen um 1850, als sich das Bürgertum erhob und mancherorts die Monarchien ablöste.

Wirtschaft

Die ökologische Entwicklung der Neuzeit im ausklingenden 18. Jahrhundert verdrängte mittels der Industrialisierung die Kleinbetriebe und erweiterte dadurch die Kluft zwischen Arm und Reich. Gründer von Fabriken oder Börsenspekulanten erlangten in Kürze ein beachtliches Vermögen, bis die unterdrückte Arbeiterschaft mit Gegenmaßnahmen reagierte, was die Wirtschaft weitestgehend zum Erliegen brachte und den Börsenkrach von 1873 auslöste. Arme, wie Verarmte suchten in dem Riesenreich Österreich-Ungarn Zuflucht, die letzte ökologische und monarchische Hochblüte jenes Abschnitts der Neuzeit.

Mode

In der Neuzeit herrschte Hut- und Handschuhpflicht für Mann und Frau.

In der Neuzeit herrschte Hut- und Handschuhpflicht für Mann und Frau.

Die Mode der Neuzeit erlebte von 1815 – 1848 im Biedermeier eine kurzlebige Erscheinung, reflektierte jedoch das strenge Reglement der damaligen Gesellschaftsstruktur. Das Diktat der Damenmode schrieb enge Korsetts, voluminöse Kleider, Schultertücher und aufwendige Steckfrisuren vor.

Die Herrenmode wurde bestimmt von taillierten Gehröcken oder Fracks, knöchellangen Hosen und Schuhgamaschen. Das Hemd erhielt ein Krawattentuch und einen Vatermörder-Stehkragen sowie eine Weste mit obligatorischer Taschenuhr. Das Erscheinungsbild wurde ergänzt durch Koteletten mit Bart und gelockten Haaren.

Für beide Geschlechter galt Hut- und Handschuhpflicht, die Herren trugen stets einen Gehstock mit, und das weibliche Pendant war der Sonnenschirm.

Architektur

Die Architektur des Biedermeier zeigte eine schlichte Eleganz der Neuzeit in Anlehnung an die hellenistische Antike. Die Gebäudegrößen zeigten sich trotz der Schlichtheit in Kolossalbauten, die Einzelvillen aber auch ganze Straßenviertel prägten.

Gegen Ende erhielt der Biedermeier abgerundete Formen, gewellte Silhouetten und zuletzt aufwendige Schnörkel. Die charakteristischen Rundbögen zeugten vom Übergang in den Jugendstil, der bis ungefähr 1920 Einfluss auf den Baustil ausübte.