Ein Fernstudium stellt eine alternative Möglichkeit dar, einen akademischen Titel, unabhängig von der Anwesenheit an bestimmten Studienorten, zu erwerben. Je nach Interessenslage ist ein solches Studium für Menschen mit unterschiedlichen Intentionen und Werdegängen geeignet.

Die Anwesenheit vor Ort ist bei einem Fernstudium oftmals nicht relevant

In der Bundesrepublik Deutschland existieren zahlreiche Angebote für diverse Fernstudiengänge. Je nach Art und Lehrweise der Institution wird der studentische Teilnehmer postalisch oder unter Zuhilfenahme des Internets, mit den entsprechenden Lernmaterialien versorgt. Die notwendigen Unterlagen sind oftmals schriftlich, werden heutzutage jedoch immer häufiger auch in Form elektronischer Medien wie Podcasts oder Videos dargeboten. Der Student erhält Schritt für Schritt Informationen zu den verschiedenen Modulen und verfügt über eine freie Zeiteinteilung des Lernstoffs. Zusätzlich besitzt er Zugang zu Grafiken und Aufgaben zur Wiederholung der Inhalte sowie Beispielen aus der Praxis, um das Lernen zu erleichtern und zu optimieren. Oft ist es möglich, Seminare zu belegen, um dort das Wissen zu bestimmten fachlichen Inhalten zu vertiefen. Hierfür ist die Anwesenheit vor Ort allerdings Voraussetzung. Je nach Studiengang können diese Veranstaltungen verpflichtend sein, um die erforderlichen Prüfungsleistungen angerechnet zu bekommen. Zudem müssen sogenannte Einsendeaufgaben gelöst und von einem Fernlehrer korrigiert werden, um etwaige Fehler aufzudecken und zu beheben. Wie auch bei einem Präsenzstudium wird das erworbene Wissen innerhalb von Klausuren oder mündlichen Examina geprüft.

Die zeitliche Flexibilität stellt ein wichtiges Kriterium zur Entscheidung für ein Fernstudium dar

Fernstudiengänge werden aus den unterschiedlichsten Gründen absolviert. Besonders für Personen, die bereits eine berufliche Ausbildung absolviert haben, stellt das Fernstudium eine gute Möglichkeit dar, die eigene Expertise zu erweitern, ohne dafür den Job kündigen zu müssen. Ähnlich wie bei einem dualen Studium, bei welchem die erlernten Wissensinhalte in der Praxis umgesetzt werden, können die durch das Fernstudium erworbenen Kenntnisse im Beruf angewendet werden. Eine Krankenschwester, welche ein Fernstudium in Medizin absolviert, muss ihren Haupterwerb nicht aufgeben. Sie kann sich beruflich weiterbilden und die Studieninhalte in einen praktischen Bezug setzen. Auch für Menschen, welche räumlich unabhängig bleiben wollen, lange Anfahrtswege nicht in Kauf nehmen möchten oder denen ein Umzug in die Universitätsstadt nicht möglich ist, stellt diese Form des Studiums eine ideale Lösung dar. Körperliche Behinderungen und Verpflichtungen den eigenen Kindern oder anderen Familienangehörigen gegenüber können Gründe hierfür sein. Wem der Austausch mit Kommilitonen wichtig ist, wird bei dieser Art des Studiums allerdings enttäuscht: Der Kontakt mit anderen Mitstudierenden ist minimal. Des Weiteren ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss, da den Studenten mehr Freiheiten bei der zeitlichen Gestaltung ihres Studiums bleiben. Daher sollte vor Beginn eines Fernstudiums eine hohe Motivation vorliegen, sich eigenständig und regelmäßig mit dem Lehrmaterial zu befassen.

Je nach Studiengang sollte der Teilnehmer bestimmte Voraussetzungen mit sich bringen

Ein erfolgreich abgeschlossenes Abitur oder die fachgebundene Hochschulreife sind Grundlage für die Zulassung an einer Fernuniversität. Weitere Kriterien sind studiengangspezifisch. Gute Englischkenntnisse können erwartet und durch Sprachtests geprüft werden. Manche Hochschulen führen Zulassungsprüfungen durch. Allerdings ist nur selten ein bestimmter Nummerus Clausus für eine Immatrikulation von Nöten, da eine Fernuniversität nahezu unbegrenzt Studienplätze anbieten kann. Daher eignet sich ein Fernstudium auch für Personen, die den von ihnen präferierten Studiengang aufgrund ihrer schulischen Leistungen normalerweise nicht ausüben können.