Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurde unter den Begriff des Gedichts alles gefasst, was schriftlich gefestigt wurde. Ob romantische Zeilen oder lange Geschichten, alles wurde als Gedicht bezeichnet, da es zu Papier gebracht worden ist. Ab dem Anbruch des 18. Jahrhunderts spezifizierte man den Begriff. Hierunter wurde dann nur noch alles Schriftliche gefasst, was poetischer Natur war.

Unter dem Begriff poetisch versteht man Texte, die mit dichterischer Ausdruckskraft versehen sind. Das bedeutet, dass sogenannten Poeten, die Schreiber des Gedichts, versuchen einen Inhalt nicht nur mit einfachen Worten auszudrücken, sondern diese mit besonderen stilistischen Mitteln wie zum Beispiel Reimen gekonnt in Szene zu setzten.

Heute hat das Gedicht nur noch wenige Leser, früher galt es als höchste Form der Literatur.

Heute hat das Gedicht nur noch wenige Anhänger, in früheren Zeiten galt es als höchste Form der Literatur.

Das poetische Werk, zählt neben diesen weiteren Arten zu bekannten Textsorten in der Sprachwissenschaft:

  • Glosse: Hierbei handelt es sich um eine Gedichtform aus Spanien, die von den Schleglbrüdern in Deutschland eingeführt und variiert wurde. Ein kurzes gedichtförmiges Textstück wird dem Eigenen vorangestellt. Jeder Vers des zuvor genannten Gedichtes bildet dann eine Einleitung für die eigenen Strophen, sodass ein kleiner Kommentar zum vorangestellten Gedicht entsteht.
  • Kolumne: Hierbei wird die eigene Meinung in Kurzform gefasst. Eine solche Kolumne wird meist in Zeitungen abgedruckt und gibt kurz und präzise Eindrücke und Gedanken der Kolumnisten, also der Autoren des Kurzbeitrages, wieder.
  • Satire: Die Satire macht sich in witziger Form über Missstände in der Gesellschaft lustig, um auf diese aufmerksam zu machen.

Sprachliche Gestaltungsmittel
Die Besonderheiten des Gedichtes lässt sich daran feststellen, wenn alle Stilmittel betrachtet werden, die der Poet anwenden kann, um aus seinem Gedicht etwas ganz Besonderes zu machen. Zunächst gibt es zahlreiche Reimformen. Immer am Ende eines Verses muss hierbei ein Wort stehen, dass sich auf das letzte Wort des nächsten Verses reimt.

Beispiel aus Der Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe:

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.

Hierbei reimen sich die letzten beiden Worte jeweils aufeinander. Weiterhin gibt es auch noch andere Reimformen, bei denen sich ebenfalls die letzten beiden Worte reimen, diese aber nicht in aufeinander folgenden Versen liegen. So wird es möglich, dass es sich sehr leicht und flüssig lesen lässt, was eine ganz besondere Atmosphäre aufbaut. Durch den schnellen Lesefluss, der durch bestimmt Worte betont und unterbrochen wird, vermittelt das Gedicht genau die Atmosphäre, die auch im Gedicht gerade herrscht. Der Poet schafft es so durch einfachste sprachliche Mittel etwas ganz Besonders zu gestalten. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere stilistische Mittel, die das Gedicht zu eine, vollendeten Kunstwerk machen.