Das Verb, eine Schaltzentrale unserer Sprache

Nur etwa 10 Prozent der deutschen Wörter sind Verben. Jedoch sind diese zentrale Bestandteile der Sprache und es wäre undenkbar, ohne die Zeitwörter genannten Verben sinnvoll kommunizieren zu können.

Funktion des Verbs im Allgemeinen

In der Grundschule gehen Kinder zum ersten Mal auf die Spurensuche nach der Funktion der Zeitwörter. Sie erlernen diese als Tuwörter. Dieser deutsche Begriff des lateinischen Wortes „verbum“ beschreibt treffend die Grundfunktion: Verben beschreiben, was getan wird, sprich es werden Vorgänge, Tätigkeiten und Geschehnisse, die passieren, benannt. Substantivierungen dieser Wortart vollführen diese Funktion auch, leiten sich aber vom Zeitwort ab.

Funktion im Satz

Das Verb ist auch von absoluter Wichtigkeit im Satz. In der deutschen Grammatik gilt ein Satz ohne Tuwort als unvollständig, als elliptisch. Dies liegt daran, dass das Verb im Satz die Funktion des Prädikats übernimmt. Ein Satz der nur aus einem Prädikat besteht, ist denkbar: „Es regnet.“ Dieser Satz besteht nur aus einem Satzglied, dem Prädikat.

Flektierbarkeit des Tätigkeitswortes

Die Konjugation bezeichnet die Flektierbarkeit, die Möglichkeit, das Zeitwort zu beugen. So wird ein Verb immer an den Satz angepasst. Dies geschieht in zwei Formen, einer primären und einer sekundären Konjugation.
Erstere umfasst die Angleichung des Verbs an die anderen Satzglieder in Numerus und Person. Die sekundäre Konjugation umschließt die Veränderung aufgrund des Tempus, der Aktionsarten und der Modi und der Diathese. Aktiv und Passiv haben somit auch einen Einfluss auf die Erscheinungsform des Tuworts.

Tempus

Im Deutschen gibt es zwei Zukunftsformen, eine Gegenwart und drei Vergangenheitsformen. Selten werden auch die Formen des Doppelperfekts und des Doppelplusquamperfekts hinzugezogen. Alle Zeitstufen werden nach einem nicht immer einheitlichen Regelwerk gebildet, das sich immer auf das Verb auswirkt. So wird zum Beispiel das Tätigkeitswort in der 2.Vergangenheit, dem Perfekt, durch eine flektierte Form der Hilfsverben „sein“ oder „haben“ und einem Partizip gebildet.

Modus

Der Modus beschreibt die Art und Weise. Somit wird die Intention eines Sprechers oder Schreibers deutlich. Hierfür gibt es im Deutschen neben den Modalverben auch drei Modi: den Indikativ, den Imperativ und den Konjunktiv.
Der Indikativ ist die konjugierte Verbform der Wirklichkeitsform. Hier sind auch die sechs Tempora zu finden.
Der Imperativ ist die Befehlsform und der Konjunktiv ist die Irrealitätsform, die sich in zwei Zeitstufen aufteilt, den Konjunktiv I und den Konjunktiv II.

Die häufigsten Verben im Deutschen

Die Zeitwörter, die auch als Modal- und Hilfsverben oder auch zu anderen Formen benutzt werden, sind die häufigsten Zeitwörter im Deutschen.
So steht auf den ersten drei Plätzen die Verben „sein“, „haben“ und „werden“. Diese werden von „können“, „sollen“, „haben“ und „geben“ gefolgt.