Keine andere Wortart nimmt im Satz eine so tragende Rolle ein wie das Verb; schließlich sagt es aus, worum es eigentlich geht, was geschieht, was getan wird, oder welcher Zustand herrscht. Verben sind flektierbar. Man kann mit Hilfe der Konjugation eine große Bandbreite von Modifikationen des Verbs schaffen, die für ausreichend Spielraum im Satzbau sorgen.

Der Modus im Deutschen

Wird ein Verb konjugiert, erhält es die spezifischen Eigenschaften für den jeweiligen Einsatz. Zunächst bestimmt man Person und Zahl. Weitere Beugungen erfolgen entsprechend des Tempus, des Modus und des Genus verbi. Der Modus drückt aus, in welcher Weise eine Handlung abläuft. Der Modus kann in drei Formen auftreten:

  • als Indikativ
  • als Konjunktiv (I und II)
  • als Imperativ

Im Indikativ wird eine Handlung als wirklich angesehen: „Jonas singt.“

Der Konjunktiv hingegen ist der Modus des Möglichen: „Wenn Jonas sänge“. Das ist Konjunktiv I. Dieser Modus verweist auf eine Möglichkeit, einen Wunsch oder eine Absicht. Er wird mit dem Präsensstamm gebildet.

„Hätte Jonas gesungen“ ist Konjunktiv II Perfekt. Hier kommt eine deutliche Irrealität zum Ausdruck. Das Verb wird als Partizip Perfekt in Verbindung mit einem Hilfsverb gebraucht. Dieser Modus wird mit dem Präteritumstamm gebildet.
Beide Konjunktivformen finden ihre Anwendung in der Wiedergabe der indirekten Rede. „Sie sagte, wenn Jonas sänge, ginge es ihr besser.“, ist die Form für den Konjunktiv I und „Sie sagte, wenn Jonas gesungen hätte, wäre es ihr besser gegangen.“ für den Konjunktiv II.

Der letzte Modus des Deutschen ist der Imperativ. Hier wird ein Befehl geäußert: „Jonas, singe bitte!“.

Der Modus in anderen Sprachen

Das Lateinische kennt ebenso die drei Modi Indikativ, Konjunktiv und Imperativ. Allerdings werden die Konjunktive im Lateinischen vollständig ohne Hilfsverben konstruiert. In den Hauptsätzen entspricht die Anwendung des Konjunktivs in etwa der des Deutschen, in den Nebensätzen drückt der Konjunktiv auch ein Zeitverhältnis zum übergeordneten Satz aus. „Cum plueret, navigabamus“ bedeutet: „Obwohl es regnete, gingen wir segeln“. Hier steht „plueret“ im Konjunktiv, aber die Bedeutung ist die des Indikativs. Zusätzlich wird der gleichzeitige Ablauf der Geschehnisse verdeutlicht.

Das Englische kennt den Konjunktiv nicht. Das Conditional, das dessen Funktion übernimmt, ist ein einfaches Tempus. Es wird mit Hilfsverben wie „would“ oder „could“ und mit Bedingungssätzen umschrieben. Neben dem Indikativ kennt das Englische aber den Subjunktiv, der jedoch nur noch in Ansätzen verwendet wird. Eine verbleibende Form ist die des Verbs „to be“. Sie wird meist für den Optativ verwendet. „I wish I were on holiday.“