Die Investitionsrechnung gehört zu denjenigen Aufgaben, die ein Unternehmer keinesfalls vernachlässigen darf. Der Grund dafür ist, dass fast jede unternehmerische Entscheidung einen nachhaltigen Einfluss auf die Zahlungsströme hat. Eine Investitionsrechnung ist fast immer dann notwendig, wenn längerfristige Auswirkungen durch eine Entscheidung entstehen.

Während es beim Kauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen lediglich auf Qualität und Preis ankommt, ist die Investitionsrechnung für Anlagevermögen weit in die Zukunft gerichtet. Grundlage für jede Investitionsrechnung sind die bisherigen Erfahrungswerte aus der Kosten- und Leistungsrechnung, die dann auf neue Maschinen oder ein neues technologisches Niveau übertragen wird. Damit lässt sich eine der gefürchteten Entscheidungen unter Unsicherheit vermeiden.

Von großen Zahlen und täglichen Verbräuchen

Bei der Investitionsrechnung werden alle sich durch die Investition ergebenden Erträge und Aufwendungen für einen Zeitraum von mehreren Jahren prognostiziert. Mit einer ersten, groben Abschätzung wird dabei errechnet, ob es eine realistische Chance für die Sinnhaftigkeit der Investition gibt. Diese ist dann gegeben, wenn die Investition nicht nur die Ausgaben wieder hereinspielt, sondern zusätzlich einen Beitrag zum Gewinn oder der Verzinsung des gebundenen Kapitals liefert. Das Controlling wird deshalb (wo immer es möglich ist) die Kosten pro geleisteter Maschinenstunde oder zu bearbeitendem Werkstück berechnen und für die Investitionsrechnung zur Verfügung stellen. Die Kosten für die Bearbeitung pro Stück oder auch der Fixkostenblock pro Monat sind dann eine erste Entscheidungsgrundlage für die Entscheidung für oder gegen eine Investition. Diese wird dann in weiteren Schritten verfeinert.

Berücksichtigung unterschiedlicher Verbräuche

Insbesondere beim Vergleich von Investitionsalternativen zwischen unterschiedlichen Produktionsanlagen sollten die Verbräuche an Material und Energie dem Betriebsabrechnungsbogen entnommen werden. So bedeutet die Umstellung auf eine größere Maschine oder einen Produktionsprozess auf höherem Technologieniveau meist eine höhere Fixkostenbelastung, aber eine Verbesserung bei den variablen Kosten. Mit diesen Kenntnissen solle eine Gesamtkostengraphik anhand der möglichen, zu produzierenden Stückzahl erstellt werden. Damit ergibt sich für jede Produktionsmenge ein Kostenniveau, so dass anhand des zu erwartenden Absatzes die beste Alternative gewählt werden kann.

Die Investitionsrechnung als Grundlage des zukünftigen Jahresabschlusses

Auch für die zukünftige Planung der Unternehmensergebnisse sind die heutigen Investitionen von entscheidender Bedeutung. bei einer Amortisationsdauer von Maschinen im Bereich von vier bis fünf Jahren legen sie somit die Basis für die mittelfristige Unternehmensentwicklung. Die betriebswirtschaftliche Finanzbuchhaltung kann zudem mit Plan- bzw. SOLL-Werten rechnen und schließlich eine Abweichungsanalyse starten, um die Performance der Investition noch weiter zu verbessern.