Vor 65 Millionen Jahren begann mit dem Tertiär in der Erdgeschichte die Neuzeit. Das Tertiär beschließt die Kreidezeit, das mit dem Zurückweichen des Kreidemeers endet, dessen Reste sich zum Beispiel im Elbsandsteingebirge finden lassen. Außerdem begründet das Tertiär das Erdzeitalter Känozoikum, das bis heute andauert und sich aus zwei Systemen zusammensetzt: Dem Tertiär mit den Serien Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän und dem Quartär mit den Serien Pleistozän und Holozän.

Die Entstehung der heutigen Flora und Fauna

Nachdem die Dinosaurier ihre Blütezeit während des Jura im Mesozoikum (Erdmittelalter) erlebten und am Ende der Kreidezeit durch bislang ungeklärte Gründe ausstarben, entstand jene Flora und Fauna, die wir heute kennen. Zwar existierten einige Arten schon vorher, allerdings wuchsen durch das Verschwinden der Dinosaurier ihre Lebensräume und neue ökologische Nischen entstanden. Sämtliche heute bekannten Säugetierordnungen waren bereits im Tertiär anzutreffen und besiedelten in dieser Zeit die Kontinente und die Ozeane. Die Pflanzenwelt, die das Tertiär prägte entsprach schon stark der heutigen. Mammutbäume, Palmen, verschiedene Kiefernarten und Laubbäume prägten die mannigfaltigen Landschaften auf denen sich erste Menschenaffen, Raubtiere, Huftiere und Rüsseltiere entwickelten.

Entstehung der Gebirge

Die Kontinente drifteten während des Tertiärs langsam auf ihre heutige Positionen. So verbreiterte sich durch das Auseinanderdriften von Nordamerika und Europa der Atlantik immer mehr. Durch die Bewegung der Kontinentalplatten entstanden auch heute bekannten Gebirgsketten, wie die Alpen, die Pyrenäen, der Himalaya, die Atlasketten in Afrika und die Rocky Mountains in Amerika. Durch die Gebirgsbildung wurde das Tethysmeer langsam zurückgedrängt. Das heutige Mittelmeer ist noch ein kleiner Rest dieses Ur-Meeres.

Heftiger Vulkanismus

Im Tertiär standen heftige vulkanische Vorgänge auf der Tagesordnung der Erde. Durch die Kollision zwischen der eurasischen und der afrikanischen Kontinentalplatte entstanden überall auf dem europäischen Festland Vulkane. Der Höhepunkt der vulkanischen Tätigkeit war im Miozän, als sich in Europa ein 700 Kilometer langer Vulkangürtel gebildet hatte.

Wüsten und Savannen

Im Tertiär begann der Siegeszug der Säugetiere

Im Tertiär begann der Siegeszug der Säugetiere

Im Tertiär entstanden auch Wüsten und Savannen, wie wir sie heute kennen. Die Pflanzenwelt entwickelte sich rasant vorwärts und konnte sich auch in den kargen Steppen ausbreiten. Diese entstanden durch Austrocknung von ganzen Landstrichen und eine globale Ausdifferenzierung der Temperaturen. In diesen Gebieten wuchs entstand langsam jene vielgestaltige Fauna und Flora, die wir heute noch kennen.

Die Erdneuzeit

Mit dem Tertiär beginnt in der Geschichte der Erde die Renaissance. Mit dem Wegfall der Ur-Reptilien begann der Siegeszug der Säugetiere auf dem Planeten, der es schließlich ermöglichte, dass sich die Spezies Mensch, wie wir sie heute kennen, in dieser vielgestaltigen Landschaft entwickeln konnte.