Die Redensart ist eine Metapher. Das heißt etwas inhaltlich Richtiges oder Falsches wird mit einer bildhaften Redensart in Sprache umgesetzt. Das geflügelte Wort transportiert, wie im Sinn der griechischen Ausgangssprache, etwas in Windeseile. Es sind die Hintergedanken, die auf der Meta-Ebene hinterlegt sind, damit sie dort jeder, der danach sucht, auch wirklich finden kann. Auf gut bayrisch würde man einfach sagen: „Das ist ganz schön hinterfotzig.“ Aber wer diese Art der Rhetorik mit Florett und Säbel in geschliffener Weise versteht, kann zwar als „gscherrder Hund“ angesehen werden. Aber der „Hundling“ genießt höchstes Ansehen, weil er es auf eine Weise austeilt und einschenkt, wie es nur wenige können.

„Florett und Säbel“ bei den Redensarten

Meister des metaphorischen Faches der Rhetorik waren auf der politischen Schaubühne im Bonner Wasserwerk, was ja ehemals der Bundestag bis 1990 war. Da hatten die besten Einschaltquoten „in der ersten Reihe bei ARD und ZDF“, wenn der Altphilologe und spätere bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß sich mit dem Sozialdemokraten Herbert Wehner Redegefechte lieferten, wo der Mund offen stehen blieb. Herbert Wehner fast seine legendäre Pfeife aus dem Mundwinkel fiel und einem das Lachen auskam, wegen so viel kunstvoll geschwungenem sprachlichen „Florett und Säbel„. Kenner der politischen Landschaft Bonns behaupteten auch immer wieder, dass man die Kontrahenten später ausgepowert bei einem gemeinsamen Feierabend-Bier sehen konnte.

Die Redensart und die typische Metapher

Bei "Jeder ist seines Glückes Schmied" handelt es sich um eine typische Redensart.

Bei „Jeder ist seines Glückes Schmied“ handelt es sich um eine typische Redensart.

„Das sagt man einfach so!“ Spätestens, wenn eine Redensart nicht ins Englische übersetzbar ist, merkt man, dass es sich wohl um eine stehende Redensart handeln muss. So wie sie auch in andere Sprache vorkommen. Es ist nicht übersetzbar: „Platt wie tausend Mann“, „blau wie eine Haubitze“ oder „wir sind alle kleine Engelein“. Metaphorisch wird etwas mit Witz, Satire, Humor und auch in einer Glosse aufs Korn genommen. Ein Spiegel wird dem Menschen vorgehalten und zeigt ihm, wie er von anderen wirklich wahrgenommen wird. Meister dieses Faches findet man auf dem Nockerberg, wenn Luise Kinzseher der versammelten „Mannschaft“ aus Politik, Wirtschaft, öffentlichen Leben Redensartenn „derbe einschenkt„. Denn bis zur ersten Maß dauert es noch eine ganze Weile beim Nockerberg-Anstich des Fastenbiers. Eine ähnliche Veranstaltung hat die Redensart in der Kunstfigur des türkischstämmigen Niederbayern Dschjango Asül gefunden. Er darf das Gleiche ein paar Monate später für den Maibock-Anstich liefern und „derb einschenken“. Für die eher genüsslichen und anzüglichen Genießer ist Methapern-Programm Nummer eins die „Fastnacht aus Franken“ aus Veitshöchheim in der Nähe von Würzburg. Hier geben die beiden Kultfiguren „Waltraud und Mariechen“ alles, was die Metaphern und Allegorien aus dem vergangenen Jahr so hergeben. Die beiden Komödianten von der „Kleinen Komödie“ in Fürth ziehen auch über das Jahr viele ihrer Fans mit reich gespickten Programmen rund um die Redensarten an.