Auguste Comte hieß mit vollem Namen Isidore Marie Auguste Francois Xavier Comte und wurde am 19. Januar 1798 in Montpellier geboren. Er war nicht nur Mathematiker, Religionskritiker und Philosoph, sondern auch Mitbegründer einer speziellen Geisteswissenschaft für Soziales, die sich einerseits an Erkenntnissen, andererseits aber an einem Weltbild orientierte, in dem Individualismus zugunsten von Altruismus ersetzt werden sollte. Der so genannte Positivismus geht auf Auguste Comte zurück, ebenso der Rechtspositivismus, die Lehre davon, dass staatliche Normen auf ihre soziale Wirksamkeit hin überprüft werden sollen.

Auguste Comte studierte zunächst am Ecole Polytechnique in Paris, das sich dem Fortschrittsgedanken gewidmet hatte. Nach einer Studentenrevolte im Jahr 1816 wechselte er dann nach Montpellier, wo er seine Studien an der medizinischen Schule fortsetzte. Differenzen mit seiner konservativen Familie ließen ihn aber wieder zurück nach Paris ziehen. Er studierte dort bei dem bedeutenden Sozialtheoretiker Claude-Henri Comte de Saint-Simon und wurde dessen Privatsekretär. Im Jahr 1822 veröffentlichte Auguste Comte bereits ein grundlegendes Werk zum Positivismus. Zu den Lehren des Positivismus zählt beispielsweise auch der Rechtspositivimus.
Allerdings blieb ihm die von ihm angestrebte Stellung an einer Universität zeitlebens verwehrt, denn seine Theorien galten als allzu revolutionär. So war er stets abhängig von dem Wohlwollen seiner Freunde und Förderer.

Auguste Comte  wurde am 19. Januar 1798 in Montpellier geboren.

Auguste Comte wurde am 19. Januar 1798 in Montpellier geboren.

Auguste Comte setzte sich als einer von wenigen Wissenschaftlern für die Emanzipation der Frau ein, wenn auch noch in einem sehr traditionellen Sinn, der ihren Wirkungskries im Häuslichen definiert. Er selber hatte ein schwieriges Leben, nicht nur in ökonomischer Hinsicht. Comte kam zeitweise in eine psychiatrische Anstalt und heiratete nach einem Selbstmordversuch eine ehemalige Prostituierte. Obwohl diese Ehe seinem Leben eine gewisse Stabilität brachte, erfolgte 17 Jahre später die Scheidung. In dieser Lebensphase schuf Auguste Comte allerdings sein sechs Bände umfassendes Hauptwerk, „Cours de philosophie positive“.

Comte sah sich in seinem späteren Leben quasi als Prophet einer neuen Lehre, der Religion der Menschlichkeit. Seine Idee, die Soziologie zur wichtigsten aller Geisteswissenschaften zu krönen, hielt der Realität allerdings nicht stand. Sein Motto aber ist auch heute noch aktuell: Wissen, um vorher zu sehen, vorhersehen, um handeln zu können. Und seine Devise „Ordnung und Fortschritt“ kann man noch heute als Schrift auf der Brasilianischen Flagge lesen. Der ganze Satz von Comte lautete: „Liebe als Grundsatz und Ordnung als Grundlage; Fortschritt als Ziel.“

Comte entwarf neben zahlreichen soziologischen Theorien auch mehrere Kalender-Systeme.

Auguste Comte starb am 5. September 1857 in Paris, wo man auf dem Friedhof Pere Lachaise noch seinen Grabstein finden kann.