Der Abenteuerroman „Die Schatzinsel“ rund um Jim Hawkins, Bill Bones, Captain Flint und Long John Silver von dem Autoren Robert Louis Stevenson gehört zu den bekanntesten Piratengeschichten der heutigen Zeit. Zahlreiche Autoren haben versucht, den großen Erfolg des Buches für eigene Geschichten zu nutzen. Es gibt viele Fortsetzungen und Verfilmungen der bekannten Geschichte, die meisten von ihnen beschäftigen sich jedoch nicht mit der ursprünglichen Hauptperson Jim Hawkins. Wer aber dann begeistert die Menschen so sehr, dass sie sich in weiteren Geschichten mit seinem Leben, Denken und Handeln beschäftigen wollen? An wen denken Sie, wenn sie an „Die Schatzinsel“ denken? Ich vermute, Sie alle erinnern sich an Ihre Gedanken und Gefühle während des Lesens. Vielleicht hören Sie sogar das dumpfe Pochen eines Holzbeines auf dem Boden eines Schiffes? Natürlich, Sie wissen von wem ich rede: Long John Silver, dem scheinbar so netten Steuermann, der sich als das pure Böse erweist.

Aussehen und Auftreten von Long John Silver

John Long Silver ist eine zwiespältige Persönlichkeit, sein Markenzeichen: Sein Holzbein.

John Long Silver ist eine zwiespältige Persönlichkeit, sein Markenzeichen: Sein Holzbein.

Angeblich soll sich das äußere Erscheinungsbild von Long John Silver an einem Freund des Autoren, William Ernest Henley, orientieren. In den zahlreichen Verfilmungen wurden dem Piraten immer neue Gesichter gegeben. Der wichtigste Aspekt, das Holzbein, bleibt jedoch bestehen. Da Long John Silver ein Bein verloren hat, nutzt er im Buch eine Holzkrücke um sich fort zu bewegen. Aus praktischen Gründen wird diese in den meisten Verfilmungen jedoch durch eine Holzkrücke ersetzt.

Das Auftreten des Seemannes ist zumindest zu Beginn des Romas täuschend freundlich. Er selbst stellt sich als einen hart arbeitenden, ehemaligen Seemann vor, der nun sein Einkommen mit einer eigenen kleinen Kneipe verdient. Anderen gegenüber verhält er sich freundlich, teils schmeichelnd und jovial. Im weiteren Verlauf der Geschichte ändert sich dieser Eindruck jedoch. Immer mehr kommt seine böse Seite zum Vorschein: Er organisiert eine Meuterei auf der „Hispaniola“, ermordet sogar ein Besatzungsmitglied, welches sich weigert, an dieser teilzunehmen. Ein anderes Besatzungsmitglied, Mr. Arrow, macht er so betrunken, dass er diesen anschließend ohne Probleme über Bord werfen kann. Es wird immer deutlicher, dass Silver einzig allein auf seinen Vorteil bedacht ist und den Schatz um jeden Preis für sich allein haben will. In neueren Ausgaben des Buches findet sich jedoch ein kleiner Gegenpol zu diesem Egoismus, denn hier tritt Long John Silver oftmals als eine Vaterfigur für Jim Hawkins auf, welche ihn zur Seite steht und unterstützt. Durch seine Sorge um den Jungen bekämpft er manches mal die eigene Goldgier.