Trigonometrie ist die mathematische Wissenschaft des Dreiecks. Sie befasst sich mit Seitenlängen, Winkeln und ihrer Beziehung zueinander. Aufgrund ihrer praktischen Relevanz ist die Trigonometrie eine der ältesten Disziplinen in der Geschichte der Mathematik. Mithilfe trigonometrischer Berechnungen wurde der Verlauf der Himmelskörper bestimmt. Zudem bildete die Trigonometrie die Grundlage zur Errichtung architektonischer Meisterwerke früher Hochkulturen. Bereits aus der Geschichte Ägyptens und Babylons sind die ersten trigonometrischen Aufzeichnungen überliefert.

Die lange Geschichte der Trigonometrie

Die Geschichte der Trigonometrie begann in Ägypten und Babylon. Ihren Namen erhielt diese Disziplin der Mathematik im antiken Griechenland. Aus Griechenland sind auch die ersten Namen von Mathematikern bekannt, die sich mit der Trigonometrie befassten: Hipparchos von Nicäa und Ptolemäus. Die Sehnentafel, die Hipparchos zur Berechnung von Dreiecken entwickelte, ist der Nachwelt nicht überliefert. Das 13-bändige Werk von Ptolemäus mit dem Titel Almagest überdauerte hingegen die Geschichte. Dieses Werk, in dem sich der griechische Astronom auch ausführlich mit trigonometrischen Problemen befasste, galt bis ins Mittelalter als Grundlagenwerk der Mathematik.

Nach dem Untergang der antiken Welt wären die Erkenntnisse der antiken Mathematiker in Vergessenheit geraten, wenn nicht die Araber die antiken Erkenntnisse der trigonometrischen Wissenschaft bewahrt und weiterentwickelt hätten. So ist den Arabern unter anderem zu verdanken, dass der bereits in der Antike bekannte Sinussatz für trigonometrische Berechnungen überliefert wurde.

Europäische Trigonometrie

Erst im 15. Jahrhundert befassten sich wieder westliche Gelehrte mit der Wissenschaft zur Konstruktion von Dreiecken. Einer der ersten, der sich auf Grundlage der überlieferten Schriften aus der Antike wieder der Trigonometrie zuwandte, war der Mathematiker Johann Müller aus Königsberg in Franken. Weitere berühmte Mathematiker, deren Namen bis heute mit der Geschichte der Trigonometrie verbunden sind, sind Georg Joachim, Francis Viète und John Napier. Im 18. und 19. Jahrhundert prägte Leonhard Euler die Schreibweise, die Mathematiker noch heute bei trigonometrischen Berechnungen verwenden. Carl Friedrich Gauß und Friedrich Wilhelm Bessel gaben der trigonometrischen Wissenschaft ihre moderne Form. Nach und nach lösten sie sich in ihren Berechnungen von starren Voraussetzungen in Bezug auf Seiten und Winkel. Auch die Sinustafeln wurden im Laufe der europäischen Geschichte der Mathematik immer weiter verfeinert.