Die Dissoziation ist ein Terminus, der in der Chemie, der Psychologie, der Philosophie und der Soziologie gleichermaßen in Gebrauch ist. In der Psychologie bezeichnet die Dissoziation allerdings die krankhafte Trennung von Wahrnehmung und Gedächtnis, die normalerweise miteinander assoziieren, also miteinander in Verbindung stehen. Dadurch sind das Bewusstsein, die Wahrnehmung, das Gedächtnis und auch die Identität der betreffenden Person beeinträchtigt. Im Folgenden wird die Relevanz des Terminus in der Psychologie betrachtet.

Äußerungsformen der Dissoziation im alltäglichen Verhalten

So kann beispielsweise das Opfer eines Traumas, sofern es unter einer dissoziativen Störung leidet, dieses mental und psychisch nicht verarbeiten, weil die Erinnerungsfähigkeit an das betreffende Erlebnis ungewöhnlich stark wechselt. Häufig haben Menschen mit dissoziativer Störung noch während des traumatischen Ereignis sich zu spalten, in eine vom Trauma direkt betroffene Person und in einen unbeteiligten Zuschauer, der die Situation von außen her beobachtet, ohne selbst betroffen zu sein. Typisch ist ferner, dass von dissoziativen Störungen betroffene Vergewaltigungsopfer, die sich an den jahrelang zurückliegenden Akt der Vergewaltigung gar nicht mehr erinnern können, über permanente und furchtbar starke Schmerzen im Unterleib klagen. Diese und ähnliche Äußerungsformen der Dissoziation sind in der klinischen Psychologie bekannt und werden durch die klinische Psychologie beschrieben.

Diagnostik

In der Psychologie bezeichnet die Dissoziation die krankhafte Trennung von Wahrnehmung und Gedächtnis.

In der Psychologie bezeichnet die Dissoziation die krankhafte Trennung von Wahrnehmung und Gedächtnis.

Die Diagnose der dissoziativen Störung ist meist bereits möglich, sofern die Patienten erhebliche Beeinträchtigungen ihres autobiografischen Erlebens und ihrer Wahrnehmung aufweisen, oft gepaart mit Bewegungsstörungen, Schmerzstörungen oder Anfällen, die den epileptischen Anfällen oder einer Demenz durchaus nicht unähnlich sind. Weitere Störungen, die bei den betroffenen Patienten auftreten können, sind die dissoziative Amnesie mit gänzlichem oder teilweisem Erinnerungsverlust bezüglich der eigenen Vergangenheit; die dissoziative Fugue mit einem unerwarteten Verlassen der gewohnten Umgebung durch den Patienten; der dissoziative Stupor mit verminderten oder gänzlich fehlenden Reaktionen auf Geräusche, Licht oder Berührungen; ferner Trance oder Besessenheitszustände; dissoziative Bewegungsstörungen; dissoziative Krampfanfälle; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen und sonstige dissoziative Sensationen, wie das Vorbeiantworten oder multiple Persönlichkeitsstörungen.

Diagnostische Instrumente

Diagnostische Instrumente mit der Dissoziation sind dabei in der Selbstbeurteilung der Fragebogen sowie das Messen eines posttraumatischen Vermeidungsverhaltens; in der Fremdbeurteilung hingegen die verschiedensten Formen und Variationen des Interviews.

Therapeutische Ansätze

Therapiert wird die Dissoziation üblicherweise durch diverse Formen der Gesprächstherapie oder aber auch der systemischen Therapie.