Ohne die moderne Chemie, wären viele neue Errungenschaften in unserer Zivilisation nicht denkbar. Ein wichtiger Vorgang ist die Dissoziation. Durch sie lassen sich Verbindungen spalten und Moleküle werden in ihre atomare Grundstruktur zerlegt. Moderne hochkomplexe Fertigungsverfahren nutzen dieses Prinzip. 

Ablauf einer Dissoziation

Ein dissoziativer Vorgang kann von selbst eintreten oder auch von außen angeregt werden. Hierbei zerfällt eine chemische Verbindung in mehrere Moleküle, Atome oder Ionen. Zur genauen Unterscheidung wird in der Chemie der Dissoziationsgrad verwendet. Dieser gibt an, wie hoch das Verhältnis der dissoziierten Teilchen in Relation zur ursprünglichen Verbindung ist. Um eine Verbindung aufzuspalten wird ein gewisses Maß an Energie benötigt. Diese wird als sogenannte Dissoziationsenergie bezeichnet. Sie muss naturgemäß die Stärke der Bindungsenergie zwischen den Teilchen übersteigen um einen dissoziativen Vorgang auszulösen.

Photechemische Dissoziation

Bei der Dissoziation zerfällt eine chemische Verbindung in mehrere Moleküle, Atome oder Ionen.

Bei der Dissoziation zerfällt eine chemische Verbindung in mehrere Moleküle, Atome oder Ionen.

Dieser Dissoziationsvorgang wird durch das Einwirken einer bestimmten elektromagnetischen Wellenlänge (Photonen) ausgelöst. Ein energiegeladenes Photon trifft auf die Verbindung und überträgt seine Energie auf die Moleküle. Übersteigt hierbei die Energie des Photons die Bindungsenergie, so tritt die Dissoziation ein. Ein Beispiel hierfür ist der Zerfall der DNA unter dem Einfluss von radioaktiver Strahlung.

Elektrolytische Dissoziation

Sie tritt innerhalb eines Lösungsmittels auf und ist ein reversibler Prozess, welcher den Zerfall in Anionen und Kationen auslöst. Der Dissoziationsgrad wird durch Leitfähigkeitsmessungen und durch die Bestimmung des pH-Wertes in der Chemie ermittelt. So liegt bei sehr verdünnten Lösungen zum Beispiel sogar Essigsäure in Form von Acetat- und Hydroniumionen vor.

Thermische Dissoziation

Die thermische Dissoziation tritt durch den Einfluss von Wärme auf. Hier werden Molekülketten unter dem Einfluss sehr hoher Temperaturen aufgespalten. Im weitesten Sinne entspricht dieser Vorgang der photochemischen Dissoziation, da auch hier elektromagnetische Energie auf die Verbindung übertragen wird. Eine solche Dissoziation tritt zum Beispiel beim Schmelzen und trennen von Metallen ein.

Weitere Bedeutungen ausserhalb der Chemie

Der Begriff Dissoziation kommt nicht nur in der Chemie vor. In der Philosophie bezeichnet dieser Terminus das Heraustreten eines Individuums aus seiner eigenen subjektiven Sichtweise in eine Art von Vogelperspektive. Hierbei verschwindet das subjektiv betrachtete Ich und wird zum Teil eines großen allumfassenden Kontinuums.

In der Psychologie spricht man von einer sogenannten dissoziativen Störung, wenn der Betroffene nicht in der Lage ist, Wahrnehmungs- und Gedächtnisinhalte zu assoziieren. Hierdurch werden die normale Wahrnehmung der eigenen Identität sowie die Funktion des Bewusstseins und des Gedächtnisses beeinträchtigt.

In der Soziologie spricht man von einer Trennung bestimmter Werte und Normen in unterschiedlichen Schichten und Gruppen, innerhalb einer Gesellschaft.

Am bedeutungsvollsten sind die Erkenntnisse zur Dissoziation in der Chemie. Sie sind es, die uns einen Einblick in das atomare- bis subatomare Geschehen erlauben.