Bereits vor der Antike setzten sich Menschen mit der Philosophie auseinander. In der Zeit der Antike war es vor allem der Philosoph Sokrates, der neue Denkansätze über mathematische und physikalische Fragestellungen gewann, die nach Wesen, Entstehung, Elementen und Bedingungen der menschlichen Erkenntnis suchten. In der Philosophie wird das heute als Beginn einer Erkenntnistheorie verstanden, die Voraussetzung dafür war, dass später von einer Dissoziation in der Philosophie gesprochen werden konnte. 

Trennung der Elemente in der Philosophie des Mittelalters

Das Wort Dissoziation entstammt dem Latein und benennt das Scheiden, das Trennen und den Zerfall. In der Philosophie bezeichnet der Begriff Dissoziation das Herausheben, das Heraustrennen von Dingen, um von einer subjektiven in eine objektive Betrachtungsweise zu gelangen. Im Mittelalter war es nach Sokrates, Plato und Aristoteles vornehmlich Galilei, der als Begründer der mathematischen Naturwissenschaft einen Naturvorgang nicht mehr als Ganzes betrachtete, sondern diesen gedanklich in einzelne Elemente trennte und wieder zusammensetzte. Als Ergebnis dieser Dissoziation des Denkens und der Betrachtung entstanden Naturgesetze, die nicht an das Gefüge im Ganzen gebunden waren, sondern durch abstraktes Denken gewonnen wurden. Der französische Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler Descartes formulierte durch strenge Scheidung von res cogitans und res extensa den Begriff der Außenwelt und stellte einen neuen Zusammenhang zwischen Außen- und Innenwelt her. Somit hängt der Begriff der Dissoziation in der Philosophie eng mit der Assoziation (dem Vereinen, Verbinden, Verknüpfen, Vernetzen) zusammen.

Begriff der Dissoziation in anderen Wissenschaften

Bereits vor der Antike setzten sich Menschen mit der Philosophie auseinander.

Bereits vor der Antike setzten sich Menschen mit der Philosophie auseinander.

Auf der Grundlage der philosophischen Betrachtungsweise entlehnten auch die Chemie, die Psychologie und die Soziologie den Begriff der Dissoziation und belegten ihn mit fachspezifischen Termini.

Spaltung von Verbindungen in der Chemie

So versteht die Chemie unter dem Vorgang der Dissoziation die zumeist nicht rückgängige Spaltung oder den Zerfall von Verbindungen in Moleküle, Atome, Radikale oder Ionen. Jeder von uns kennt die Dissoziation von Speisesalz in Wasser.

Störung der Persönlichkeit in der Psychologie

In der Psychologie wird unter dem Begriff Dissoziation eine Krankheit subsumiert, in deren Entwicklung und Verlauf zusammengehörende Abläufen wie Denken, Handeln, Verhalten, die aus Erinnerungsvermögen, Gefühlen und eigener Wahrnehmung gespeist werden, in unkontrollierte Teile bzw. Einzelerscheinungen zerfallen.

Trennung von Werten in der Soziologie

Nicht zuletzt verwendet auch die Soziologie den Begriff Dissoziation, mit dem sie Trennendes benennt. Hier geht es dabei um die Unterscheidung von Werten und Normen einzelner Schichten und Gruppierungen.