Der Begriff Dissoziation stammt von dem lateinischen Wort dissociatio ab. Ganz allgemein gesagt bedeutet dieses Wort Trennung. In der Wissenschaft lassen sich jedoch unterschiedliche Definitionen erkennen. Das liegt an dem Fokus der Betrachtung.

In der Psychologie stehen das Individuum und seine Seele im Vordergrund. Deswegen bezieht sich auch der Begriff der Dissoziation auf die Psyche des Individuums. Mit diesem Begriff wird eine Trennung zwischen der Wahrnehmung und dem Gedächtnis bezeichnet. Wurde eine Frau z.B. vergewaltigt, kann es passieren, dass sie die Erinnerung an die Vergewaltigung sozusagen löscht. Trotzdem verspürt sie zwischenzeitlich Angstzustände oder Schmerzen, kann sich jedoch nicht erklären, woher diese stammen. Eine Verknüpfung der Wahrnehmung und der Erinnerung bleibt aus. Bei der chemischen Betrachtungsweise hingegen bezieht sich die Dissoziation auf die Trennung von Molekülen. In der Philosophie spricht man von Dissoziation, wenn sich das Individuum von außen betrachtet. Es schaut, wie andere einen sehen und nimmt zu sich selbst eine objektive Position ein.

Dissoziation in der Soziologie

Die Soziologie stellt eine Verbindungslinie zwischen dem Individuum und der Gesellschaft dar.

Die Soziologie stellt eine Verbindungslinie zwischen dem Individuum und der Gesellschaft dar.

Im Folgenden soll ausführlicher die Bedeutung für die Wissenschaft der Soziologie thematisiert werden. Die Soziologie stellt eine Verbindungslinie zwischen dem Individuum und der Gesellschaft dar. Aus größeren Zusammenhängen versucht die Soziologie Rückschlüsse auf das einzelne Individuum zu ziehen. Aus diesem Grund wird Soziologie auch häufig als Gesellschaftsforschung bezeichnet. Mit Dissoziation wird die Trennung von Werten und Normen in bestimmten Milieus bezeichnet. Man kann diesen Begriff auch weiter fassen und die Trennung von Werten und Normen auf verschiedene Gesellschaften beziehen. Betrachten wir zuerst die Mikroperspektive des Begriffs. Während in dem einen Milieu der Gesellschaft die Geburt von Kindern eine Norm ist, die erfüllt werden muss, ist in einem anderen Milieu z.B. die Geburt von Kindern nicht erwünscht. Die eine Gruppe sieht Kinder als Erfüllung von Wünschen und Träumen und die andere Gruppe sieht die Kinderlosigkeit als Schlüssel zur Selbstverwirklichung.

In der Makroperspektive kann man Gesellschaften voneinander unterschieden. In der deutschen Gesellschaft sind Kinder, die Erfüllung von Wünschen und Träumen. Sie können auch als Kostenfaktor gesehen werden und man bekommt Kinder nur dann, wenn man sie sich wünscht. In der afrikanischen Gesellschaft sind Kinder die Altersvorsorge und die Geburt vieler Kinder ist die Voraussetzung dafür, im Alter überleben zu können. Es kommt somit zu einer Trennung der Werte und Normen der unterschiedlichen Gesellschaften.

Die Reichweite des Begriffs kann in der Soziologie weiter in die Mikroperspektive verfeinert werden, oder aber in der Makroperspektive weiter ausgedehnt werden, als es bisher in den angeführten Beispielen geschehen ist.