Die Lohnsteuerkarte wurde erstmals 1925 an die Arbeitnehmer in Deutschland verteilt. Sie war ein kartonartiges Dokument, das eine Vielzahl an Daten der Arbeitnehmer enthielt, die für die Berechnung der Lohnsteuer dringend erforderlich waren.

Im Jahre 2013 wurde die elektronische Variante (Elektronische Lohn Steuer Abzugsmerkmale, kurz: ELStAM), eingeführt. Daher wurde die Papierlohnsteuerkarte letztmalig 2010 an die deutschen Haushalte verschickt. Diese konnte aber noch, aufgrund von Umstellungsschwierigkeiten, für die Jahre 2011 und 2012 ersatzweise genutzt werden.

Die Funktion der Lohnsteuerkarte

Die Lohnsteuerkarte in ihrer klassischen Form

Die Lohnsteuerkarte in ihrer klassischen Form

Jeder deutsche Arbeitnehmer musste, zu Beginn eines neuen Kalenderjahres und bei Antritt eines Arbeitsverhältnisses, seine Lohnsteuerkarte bei dem Arbeitgeber abgeben. Aufgrund der Angaben, die auf dieser Karte standen, zog der Arbeitgeber einen Teil des Bruttolohns des Arbeitnehmers ab und zahlte diesen direkt, z.B. an das Finanzamt.
Wurde die Karte dem Arbeitgeber nicht vorgelegt, dann konnte der Lohn, ohne Berücksichtigung der Freibeträge, abgerechnet werden. Dies entsprach den Abgaben der Steuerklasse VI.

Durch Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte ist das Abgeben und Abholen der Karte beim Arbeitgeber weggefallen. Der Arbeitgeber kann, durch mit Hilfe des Namens und des Geburtsdatums des Arbeitnehmers, alle lohnsteuerrelevanten Merkmale im ELStAM, der Datenbank der Finanzämter, online abrufen.

Woher bekommt man die Lohnsteuerkarte?

Bis 2010 wurde die Lohnsteuerkarte von der Gemeinde des Arbeitnehmers kostenlos ausgestellt und per Post verschickt, in der er bis zum 20. September seinen Hauptwohnsitz hatte. Außerdem waren die Gemeinden dazu verpflichtet gewesen, weitere unentgeltliche Lohnsteuerkarten an dem Arbeitnehmer herauszugeben, wenn dieser in mehreren Arbeitsverhältnissen tätig war. Der Verlust, die Zerstörung oder das unbrauchbar werden der Karte verpflichtete die Gemeinden zur Ausstellung einer Ersatzlohnsteuerkarte. Dafür konnte die Gemeinde allerdings eine Gebühr von 5 Euro erheben.

Die elektronische Lohnsteuerkarte wird beim ortsansässigen Finanzamt kostenlos beantragt, wo der Arbeitnehmer seinen Hauptwohnsitz hat. Dem Arbeitnehmer werden dann die elektronischen Lohsteuerabzugsmerkmale per Post zugeschickt.

Inhalte der Lohnsteuerkarten

Wie bereits auf der Papierlohnsteuerkarte, werden auch auf der elektronischen arbeitnehmerrelevante Daten zur Berechnung der Lohnsteuer festgehalten. Darin sind folgende Informationen ersichtlich:

  • das zuständige Finanzamt,
  • die Anschrift des Arbeitnehmers,
  • die Steuerklasse (I: für ledige und geschiedene Arbeitnehmer; II: für ledige und

geschiedene Arbeitnehmer mit Kindern; III: für verheiratete Arbeitnehmer, bei dem der
Ehepartner kein Arbeitslohn bezieht; IV: für verheiratete Arbeitnehmer, bei dem beide
Ehepartner einen Lohn beziehen; V: gilt nur für verheiratete Arbeitnehmer, wenn der
Ehepartner freiwillig in die Lohnsteuerklasse III wechselt; VI: für Arbeitnehmer mit
mehreren Arbeitsverhältnissen),

  • die Zahl der Kinderfreibeträge,
  • die Religionszugehörigkeit,
  • die Identifikationsnummer,
  • den amtlichen Gemeindeschlüssel,
  • ggf. Freibeträge (für Behinderten-Pauschbetrag, Kinder u.a.).

Sollten Veränderungen, im Hinblick auf diese Informationen während des laufenden Jahres eintreten, muss der Arbeitnehmer dies dem Finanzamt mitteilen.