Pflichtfächer sind der am wenigsten geliebte Aspekt eines Schüleralltags. In der Oberstufe ist es endlich möglich, sich den Stundenplan nach eigenen Interessen und Stärken zu erstellen – doch dann müssen letztendlich viele Pflichtfächer belegt werden, die einem nicht liegen.

Welche Pflichtfächer gibt es?

Durch das föderalistische System sehen sich Schüler in allen Bundesländern mit anderen Herausforderungen konfrontiert und auch die Anforderungen an den Stundenplan variieren stark. Trotzdem gibt es länderübergreifende Gemeinsamkeiten bei den Pflichtfächern: Von allen Schülern wird erwartet, bis zum Abitur Mathematik, Deutsch und mindestens eine Fremdsprache zu belegen. Außerdem gibt es verschiedene Regelungen, die Schüler dazu verpflichten, eine Geistes- und eine Naturwissenschaft bis zu den Abschlussprüfungen zu belegen. Auch, wenn die Pflichtfächer teilweise vorgegeben sind, haben Schüler bei der Erstellung ihres Stundenplans durch solche Richtlinien noch etwas Spielraum.

Warum gibt es Pflichtfächer?

Im Abitur gehören Mathe und Deutsch sowie eine Natur- oder Geisteswissenschaft  zu den Plichtfächern, denn sie sind essentieller Bestandteil der Grundbildung.

Im Abitur gehören Mathe und Deutsch sowie eine Natur- oder Geisteswissenschaft zu den Plichtfächern, denn sie sind essentieller Bestandteil der Grundbildung.

Das deutsche Bildungssystem und besonders das deutsche Abitur sind im internationalen Vergleich sehr generalistisch ausgelegt. Während andere Länder Schülern mehr Spielraum bei der Fächerwahl lassen und diese sich bereits während des Gymnasiums spezialisieren, möchte das deutsche Bildungssystem den Schülern ein umfassendes grundlegendes Wissen mitgeben. Durch diese Philosophie sollen sie in der Lage sein, nach dem Abitur die Grundzüge der Welt um sie herum zu verstehen. Die Spezialisierung findet dann, basierend auf dieser Grundlage, im Studium statt. Durch die Pflichtfächer haben deutsche Schüler Abiturienten anderer Länder gegenüber einen entscheidenden Vorteil – sie müssen sich nicht bereits während der Schulzeit auf eine Spezialisierung festlegen. Die Pflichtfächer zwingen Schüler, sich ein weitgefasstes Wissen anzueignen und kritisch mit verschiedenen Fachrichtungen auseinanderzusetzen.

Warum ausgerechnet diese Fächer?

Pflichtfächer werden in verschiedenen Bundesländern so festgelegt, dass sie möglichst alle Fachrichtungen wissenschaftlichen Denkens abdecken. Aus diesem Gedanken entstand die „weiche“ Regelung, die Schülern vorschreibt, mindestens eine Geistes- und eine Naturwissenschaft zu belegen. Basierend auf dem klassischen humanistischen Bildungsideal sind Deutsch und Mathematik mit „harten“ Regeln als Pflichtfächer vorgeschrieben. Beide Bereiche werden in Deutschland als Bildungsgrundlagen vorausgesetzt, mit denen man sich als Abiturient auskennen muss. Eine gute schriftliche Ausdrucksweise im Deutschen ist außerdem nach dem Abitur unerlässlich für Erfolg im Studium und Grundkenntnisse in Mathematik regen Schüler zum logischen Denken an. Auch die Pflicht, eine Fremdsprache zu belegen, orientiert sich an dem Leben nach dem Gymnasium: In einer international ausgerichteten und globalisierten Welt ist es bei der Jobsuche notwendig, mindestens Englisch oder eine andere weit verbreitete Fremdsprache wie Spanisch oder Französisch passabel zu sprechen. Durch die Plichtbelegung entsteht aber auch ein erhöhtes Zwangsgefühl und der Leistungsdruck wächst.