Elisabeth I wird am 7. September 1533 in Greenwich, als Tochter von König Heinrich VIII. und der ehemaligen Hofdame Anne Boleyn geboren. Elisabeth ist ebenfalls bekannt unter dem Namen „The Virgin Queen“ (die jungfräuliche Königin).

Die Herkunft der Königin

Elisabeth ist nicht die erste Tochter des Königs. Sie hat bereits eine ältere Schwester, welche aus des Königs erster Ehe mit Königin Katharina von Aragon hervorgegangen ist, die er jedoch wegen Anne Boleyn verlässt. Der König ist verbissen in der Ansicht, seinem Land müsse ein männlicher Thronfolger gestellt werden. Als nun auch Anne nur eine Tochter zustande bringt, lässt er sie unter dem Vorwand, sie habe Ehebruch begangen, enthaupten. So verliert Elisabeth I. ihre Mutter im Alter von drei Jahren. Elisabeth wird wie ihre ältere Schwester Maria von der Thronfolge ausgeschlossen und für illegitim erklärt. Noch am selben Tag der Hinrichtung von Anne Boleyn heiratet Heinrich VIII. Jane Seymour und bekommt durch sie am 12. Oktober 1537 endlich den ersehnten Thronfolger Edward. Da die Thronfolge auf Grund von Edward gesichert ist, wird Elisabeth 1544 wieder in die Thronfolge eingereiht. Als ihr Vater 1547 stirbt, lebt Elisabeth bei Heinrichs sechster Ehefrau Catherine Parr. Sie sorgt dafür, dass Elisabeth eine humanistisch geprägte Ausbildung genießt.

Der schwere Weg auf den Thron

Als Heinrich VIII. 1547 stirbt, besteigt Edward den englischen Thron. Doch bereits im Alter von fünfzehn Jahren stirbt Edward. Er hat zuvor ein Testament verfasst, in welchem Maria (die Tochter aus erster Ehe Heinrichs) aufgrund ihres katholischen Glaubens von der Thronfolge ausgeschlossen ist. Edward verlangt eine protestantische Thronfolge und so wird Lady Jane Grey seine Nachfolgerin. Diese hält sich allerdings gerade einmal neun Tage auf dem Platz. Maria kann ihr Recht auf den Thron durchsetzen und löst Lady Jane ab. Da Maria ihre Schwester Elisabeth als Bedrohung ansieht, lässt sie diese unter der Anschuldigung, an Verschwörungen beteiligt gewesen zu sein, in den sogenannten „Tower“ werfen. Die Beweislage ist jedoch schwach und Elisabeth wird aus der Haft entlassen. Maria bleibt kinderlos und stirbt 1558 den Überlieferungen zu Folge an Unterleibskrebs. So beginnt der Weg für Elisabeth I.

Königin Elisabeth I.

Im Alter von 25 Jahren wird Elisabeth zur Königin von England und Irland gekrönt. Unmittelbar nach ihrem Regierungsantritt trotzt sie den Wünschen ihrer Vorgängerin, den Katholizismus wieder einzuführen. Im Gegenzug wird sie Begründerin der Anglikanischen Kirche. Elisabeth I. schafft auch die gesetzlichen Grundlagen und machte die anglikanische Kirche zur Staatskirche.

Maria Stuart

Maria Stuart, Königin von Schottland, ist die größte Rivalin von Elisabeth I. Als Großnichte Heinrichs VIII. ist sie, solange Elisabeth kinderlos bleibt, rechtmäßige Thronfolgerin. Die katholische Maria weigert sich standhaft, auf ihr Recht zu verzichten und hat dabei die Unterstützung vieler Katholiken, allen voran Papst Pius V. Etliche Versuche von Seiten Marias, die Konflikte zwischen ihr und Elisabeth zu lösen, bleiben erfolglos. Letztlich, nach vielen Auseinandersetzungen, lässt Elisabeth ihre Rivalin ins Exil sperren. Dort lebt Maria Stuart viele Jahre in Gefangenschaft, bis sie letztlich aufgrund ihrer Kontakte zu katholischen Nachbarländern hingerichtet wird. Begegnet sind sich die Rivalinnen nie.

Elisabeth I. regiert

Elisabeth I von England stirbt nach 45 Jahren Herrschaft unverheiratet und kinderlos und trägt deshalb den Beinamen "Die Jungrfäuliche".

Elisabeth I von England stirbt nach 45 Jahren Herrschaft unverheiratet und kinderlos und trägt deshalb den Beinamen „Die Jungrfäuliche“.

Elisabeth gelingt es, England zu einer riesigen Seemacht auszubauen. Dies kommt ihr zugute beim Angriff der spanischen Armada, welche durch England besiegt wird. Des Weiteren treibt die Königin den Handel an, eröffnet die Börse und gründet eine Handelsgesellschaft. 45 Jahre regiert Elisabeth I. und gründete die Basis für das “ Empire“ England. Sie stirbt am 24.03.1603 als Jungfrau in Richmond.

Literatur

Die Geschichte von Elisabeth I. bot auch jede Menge Stoff für die Literatur. Vor allem der stetige Kampf zwischen Maria Stuart und Elisabeth I. faszinierte die Schriftsteller. So zum Beispiel auch Schiller, dessen Werk „Maria Stuart“ als literarisches Meisterstück gilt.

Als anregend für Geschichten über Elisabeth I gilt wohl ihr Lebensweg: von der schweren Kindheit (Verlust der Mutter) und der Jugend (Exil durch ihre Schwester) hin zur Königin, die es schafft, eine Weltmacht zu gründen.