1558 wurde Maria Stuart von Heinrich II. von Frankreich als Königin von England proklamiert. Dies geschah nach dem Tod von Maria I. Von nun an führte sie neben den französischen und schottischen Wappen auch das englische Wappen. Auch später verweigerte sie die Aufgabe des englischen Throns vehement. Dies äußerte sich auch dadurch, dass sie den Vertrag von Edinburgh stets ablehnte.

Von den englischen Katholiken wurde Elisabeth I auch weiterhin als unrechtmäßige Thronerbin betrachtet. Somit stellte die katholisch-gläubige Maria für Elisabeth und ihren protestantischen Hofstaat eine stete Bedrohung dar. Vor allem nachdem Elisabeth I 1570 von Papst Pius V exkommuniziert wurde und er gegen die Ketzerin auf dem Thron hetzte. Also galt Maria als die Urenkelin Heinrichs VII als rechtmäßige Thronerbin. 1563 schlug Elisabeth vor, Maria solle erneut heiraten. Vorgeschlagen wurde Robert Dudley, der 1. Earl of Leicester. Er war Protestant und Engländer und damit wären alle Probleme gelöst. Allerdings wurde nichts daraus, denn sogar Robert Dudley war dagegen.

Elisabeth I von England ließ Maria Stuart im Alter von 45 Jahren hinrichten.

Elisabeth I von England ließ Maria Stuart im Alter von 45 Jahren hinrichten.

Am 2. Mai 1568 gelang Maria mithilfe ihres Gefängniswärters nach fast einem Jahr Gefängnis die Flucht, diesmal zurück nach England. Elisabeth war damit einverstanden, dass Maria wieder den schottischen Thron bestieg, allerdings sträubte die sich immer noch gegen den Vertrag von Edinburgh. Schließlich wurde Maria am 8. Februar 1587 um 10 Uhr enthauptet. Dies geschah im Schloss Fotheringhay. Friedrich Schiller hat in seinem Drama Maria Stuart, dass am 14. Juni 1800 in Weimar uraufgeführt wurde, diese Handlung festgehalten.

Maria Stuarts Thronanspruch in England

Nachdem ihr jüngerer Halbbruders Edward VI gestorben war, war Elisabeth Tudor Königin von England geworden. Allerdings hatte ihr Vater Heinrich VIII ihre Mutter Anne Boleyn geheiratet, obwohl seine erste Frau noch lebte. Von der katholischen Kirche wurde keine Scheidung anerkannt und somit die Ehe als ungültig erklärt. Also galt Elisabeth als uneheliches Kind und war zur damaligen Zeit nicht erbberechtigt. Laut der katholischen Kirche sollten die Thronansprüche auf die Nachkommen von Heinrichs Schwester Margaret Tudor übergehen. Nach dem Tod seiner Halbschwester Maria I hatte Heinrich II von Frankreich Maria Stuart, die seine Schwiegertochter war, zur englischen Königin proklamieren lassen. Von nun an führte Maria auch noch das englische Wappen. Auch verweigerte sie immer die Aufgabe ihres englischen Thronanspruchs.

Englands politische Lage

England war, als Elisabeth I. den Thron übernahm, religiös gespalten und politisch erschüttert. Dies beruhte auf den häufigen Herrscherwechseln und den innerpolitischen Wirren, die seit dem Tod von Heinrich VIII entstanden waren. Schottland bereitete zusätzlich noch Probleme. Auch versuchte England stets, Schottland unter eine politische Abhängigkeit zu zwingen. Elisabeth konnte Englands Herrschaft ausdehnen und das Land stabilisieren. Als gläubige Protestantin stellte sie auch die anglikanische Kirche wieder her.