Die Rhetorik (gr. für Redekunst) beschreibt die Fähigkeit, einen Standpunkt öffentlich überzeugend und wirkungsvoll zu vertreten, wobei sie sich rhetorischer Mittel bedient. Diese rhetorischen Mittel sind Stilmittel, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken, ihn gegebenenfalls in eine bestimmte Richtung zu lenken, Intentionen zu vermitteln, etwas besonders zu betonen oder schlicht dem Leser Inhalte verständlicher zu machen.

Einteilung der rhetorischen Mittel

Die rhetorischen Mittel können nach verschiedenen Gesichtspunkten differenziert werden. Am häufigsten werden sie in Satz- und Wortfiguren und bildhafte Figuren eingeteilt. Die Satz- und Wortfiguren verändern, wie schon der Name sagt, entweder den gesamten Satz z.B. eine rhetorische Frage oder einzelne Wörter z.B. Anapher. Die bildhaften Figuren dienen der Veranschaulichung und Verlebendigung von Sachverhalten und schaffen Spracheffekte. Sie erläutern einen gegebenen Ausdruck z.B. besser, da er bildhafter umschrieben wird und spielen mit dem Inhalt und der Semantik (Bedeutungslehre, Bedeutung) der Worte. Zu den bildhaften Figuren gehören folgende rhetorischen Mittel:

Der Euphemismus


gr. für „Sprechen guter Worte“, ist die verhüllende und beschönigende Umschreibung eines anstößigen, unangenehmen, anrüchigen oder unheilbringenden Sachverhalts. Der Euphemismus kommt aus verschiedenen Gründen zur Anwendung: aus Rücksichtsnahme, um Aufmerksamkeit zu erregen, bestehende Tabus nicht zu brechen und in der heutigen Zeit vor allem zum Manipulieren in Politik, Wirtschaft und Werbung. Beispiele: „das Zeitliche segnen“ oder „entschlafen“ für sterben, „Arbeiter freistellen“ anstelle von entlassen, „Nullwachstum“ für Stagnation

Die Hyperbel

gr. für „Übermaß“, ist ein Stilmittel der Übertreibung des Ausdrucks in verkleinerndem oder vergrößerndem Sinne zur Erzielung einer besonderen Betonung. Hyperbeln findet man vermehrt in der Werbung: „Unvergesslich gut“ (Maggi) Beispiele: todmüde anstelle von müde, überpünktlich, hauchdünn, steinalt, klitzeklein, ich warte schon eine halbe Ewigkeit, blitzschnell, Schneckentempo

Wie schon angedeutet finden rhetorische Mittel Einzug in fast allen Bereichen des täglichen Lebens. Deshalb gibt es auch seit 1991 die Aktion Unwort des Jahres, die auf die Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam macht und Sprachsensibilität fördern will indem sie auf Wörter und Formulierungen lenkt, die gegen die Menschenwürde oder die Demokratie verstoßen, euphemistisch irreführend sind oder gesellschaftliche Gruppen diskreditieren.
Das Unwort des Jahres 2012 war „Opfer-Abo“, geäußert von einem schweizerischen Moderator.