Bedeutung der Semantik in Wort und Sprache
Semantik belebt Sprachen. Im Alltag sind wir von ihr umgeben. Sie vermittelt Inhalte ansprechend und drückt Zusammenhänge einleuchtend und angemessen aus. In ihren Ausdrucksmöglichkeiten bleibt sie eindrücklich in Erinnerung. Unabhängig von den sprachlichen Zusammenhängen des Texts oder der Rede hebt sie sich darin hervor. Sie vertieft Bedeutungen und stellt Beziehungen her. Die Semantik verwendet und befasst sich mit den vielfältigen Bedeutungsmöglichkeiten der Wörter, auch deren Grundbedeutung und deren Vorkommen in Satz und Text. Sie nimmt Bezug auf allgemeines Bedeutungswissen.

Im Sprachgebrauch
Semantik vermittelt Informationen über Sachinhalte. Sie zielt auf bestimmte Absichten und Wirkung, Eindeutigkeit und ebenfalls emotionale, Verständlichkeit. Sie dient als rhetorisches Mittel, um inhaltlich und im Ausdruck von Informationen zu überzeugen. Sie schließt innere Beteiligung ein.

Verbreitete semantische Mittel:
<ul>
<li>Metapher</li>
<li>Paraphrase</li>
<li>Euphemismus</li>
<li>Neologismus (Wortneuschöpfung)</li>
<li>Ironie</li>
<li>Hyperbel</li>
<li>Stilbruch</li>
</ul>
Semantik in der Umgangssprache – Paraphrase, Euphemismus, Metapher
Die Semantik gibt Sprache auf der Höhe der Zeit wieder. Die „Jahresendfigur mit Flügeln“, umschrieb in der ehemaligen DDR im offiziellen Sprachgebrauch das Wort Engel. Der Ausdruck umgeht die höhere Bedeutung des Inhalts und gibt zu definieren vor.
Demagogisierend wurde im Dritten Reich das im Kontext beschönigende Wort „Euthanasie“, der „gute Tod“ verwendet. Euphemismen paraphrasieren Inhalte. Indem sie umschreiben, was unangenehm oder nachteilig ist, erzielen sie beschönigende oder poetische und ästhetische Wirkung. Eine andere Bedeutungsebene beim Zuhören oder Lesen entsteht durch den übertragenen Sinn von Metaphern. Zwei thematische Bereiche, die nichts miteinander zu tun haben, kommen im rhetorischen Mittel zusammen. Vor dem geistigen Auge entsteht ein Bild und erschließt etwas Neues oder einen Standpunkt für den Zuhörer oder Leser. Metaphern wirken in ästhetischer Hinsicht. Sie setzen gleich und erweitern den Wortschatz.

Hyperbel und Stilbruch
Häufig finden sich in dem jährlich von der Bevölkerung gewählten „Unwort des Jahres“ rhetorische Mittel, wie bei der „Ich-AG“, oder der Bezeichnung „Intelligente Wirksysteme“ für Munition wieder. Das aus der Umgangssprache kommende „Unwort des Jahres“ zeigt Unangemessenheit von Formulierungen und Ausdruck in Bezugnahme zu Geschehen oder Sachverhalten auf. Fließen Hyperbeln in Text oder Sprache ein, überziehen oder übertreiben sie etwas. Sie erzielen ironische Effekte oder Pointen. Der Zuhörer reagiert verblüfft. Ein Stilbruch kann das Brechen eines Tabus deutlich machen. Der Satz wechselt das Niveau. Der Stilbruch verfremdet oder demontiert. Semantik in neutralem Sinn formuliert aktuelle Inhalte genauer oder unterhaltsamer, mitreißend und eindeutig.