Euphemismus in der Politik wird gerne dazu eingesetzt, um Sachverhalte beschönigend zu umschreiben. Begriffe, die eine negative Konnotation haben, werden durch solche ersetzt, die zwar die gleiche Tatsache ausdrücken, dabei jedoch weniger negativ wirken. Dies ist keineswegs eine neue Tendenz. Politiker sind zu allen Zeiten gerne kreativ geworden, wenn es darum geht, Sachverhalte so zu umschreiben, dass das Volk so wenig wie möglich Anstoß daran nimmt.

Euphemismus in der Politik

Der Euphemismus in der Politik hat ein einziges Ziel: Die Wahrheit soll in gewissem Maße verschleiert werden.

Euphemismen in der Politik verschleiern Realität

Besonders in der heutigen Zeit ist Politik immer mehr mit Public Relations verbunden. Bei jeder öffentlichen Äußerung ist der moderne Politiker darauf bedacht, so zu formulieren, dass Wähler nicht vor den Kopf gestoßen werden. Somit ist die Anwendung von Euphemismen in der Politik heute so beliebt wie nie und immer wieder werden neue Worte für alte Kontexte erfunden, wie man aus dem Beispiel „chirurgische Kriegsführung“ ersehen kann.

Genaugenommen hat der Euphemismus in der Politik ein einziges Ziel: Die Wahrheit soll in gewissem Maße verschleiert werden, damit die Bevölkerung einen positiven Eindruck von möglicherweise unbeliebten Maßnahmen erhält. So wird vom eigentlichen Kern einer Aussage abgelenkt und gleichzeitig der Denkprozess des Bürgers in die gewünschten Bahnen geleitet. Natürlich können gerade auch aus diesem Grunde die Euphemismen in der Politik zu einer gefährlichen Täuschung der Bevölkerung führen. Die besten Beispiele für solche Euphemismen, die Massen hinter das Licht führten, sind in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland zu finden. Begriffe wie

  • Reichskristallnacht,
  • Konzentrationslager,
  • Endlösung

waren gezielte Wortschöpfungen, mit denen das Denken beeinflusst wurde.

Doch auch heute wird der sogenannte Neusprech dazu eingesetzt, um Tatsachen zu beschönigen, bzw. deren grausamen Hintergrund mit unverfänglichen Begriffen beschreiben zu können. Beispiele dafür sind solche Begriffe wie chirurgische Kriegsführung oder Kollateralschaden. Unter einer „chirurgischen“ Aktion versteht man normalerweise eine Aktivität, die Leben rettet bzw. der Gesundheit eines Menschen dient. Hier wird sie missbraucht, um gezieltes Töten mit etwas Lebensrettendem in Verbindung zu bringen.

Sachverhalte werden von Politikern beschönigt

In der Politik wie auch in anderen Situationen des täglichen Lebens werden Euphemismen immer wieder dazu eingesetzt, um Sachverhalte in einer beschönigten Weise zu beschreiben. Dazu entsteht ein ganz neues Vokabular, das auch als Neusprech bezeichnet wird. Die aus der Geschichte gewonnene Erfahrung hat gezeigt, dass man als Bürger wohl damit beraten ist, Euphemismen zu erkennen und zu durchleuchten, wenn man Zusammenhänge wirklich verstehen möchte. Man kann davon ausgehen, dass der Euphemismus in der Politik immer dann eingesetzt wird, wenn Resultate verfehlter Politik weniger schrecklich erscheinen sollen.