Ein Euphemismus ist, in Kurzform, eine wörtliche Beschönigung eines Sachverhaltes, je nach Themengebiet können die Funktionen von Euphemismen unterschiedlich ausgeprägt sein, erfüllen aber vorder- und hintergründig immer den Zweck, einen Zustand positiver darzustellen, als er eigentlich ist. Euphemismen sind im alltäglichen Sprachgebrauch fast in jedem Themenbereich und in jeder Sprachgruppe zu finden und sind somit ein wichtiges Mittel der Sprache.

Praktische und theoretische Funktionen von Euphemismen

Die Funktionen von Euphemismen lassen sich in drei unterschiedliche Kategorien einteilen:

  • Verhüllung, Tarnung und Vertuschung: Hier soll der Euphemismus durch Beschönigung einen negativen Sachverhalt verdecken oder überspielen – meist zu dem Zweck der Beeinflussung.
  • Milderung und Schonung: In dieser Funktion soll der Euphemismus einen Sachverhalt im positiven Sinne abmildern. Beispiele wären hier: Höflichkeit, Rücksichtnahme und Ehrerbietung.
  • Aufwertung: Hier soll der Euphemismus einen Sachverhalt aufwerten. Häufig ist dieser im lockeren Umgang mit gleich- oder höhergestellten Persönlichkeiten zu finden, aber auch in der Werbung.

 

Funktionen von Euphemismen

Die Funktionen von Euphemismen sind dabei auch in gänzlich unterschiedlichen Themenbereichen immer identisch.

Die Funktionen von Euphemismen sind dabei auch in gänzlich unterschiedlichen Themenbereichen immer identisch, allerdings werden sie themenspezifisch unterschiedlich ausgedrückt. Der religiöse Sprachgebrauch nutzt die Funktionen von Euphemismen gänzlich anders als der politische Sprachgebrauch. Auch bei Landessprachen gibt es eine Anpassung, die auf die jeweilige Mentalität, Absicht, Sinngebung und den Sprachgebrauch des gesprochenen oder geschriebenen Wortes zurückzuführen ist.

Euphemismen in der Praxis – eine kurze Zusammenfassung

Die Funktionen von Euphemismen enthüllen die Vielfältigkeit dieses Stilmittels. Euphemismen können in der Konsequenz eine ebenso positive wie negative Auswirkung auf den Empfänger haben und sind aufgrund ihrer vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten bei Autoren und Lesern gleichermaßen beliebt. Wohl am meisten finden sie ihre praktische Anwendung in der Werbung und in der Berichterstattung, wobei sie nicht mit der Hyperbel zu verwechseln sind. Die Funktionen von Euphemismen finden aber auch Eingang in unseren alltäglichen Sprachgebrauch. So geht man sonntags gerne „leckere“ Brötchen kaufen, man liest gerne eine „gute“ Zeitung, oder aber man findet den Hund vom Nachbarn „gar nicht so“ laut, wenn er bellt. Häufig unterliegen Euphemismen im praktischen Sprachgebrauch den gesellschaftlichen, situativen und gruppenbedingten Normen. Beispielsweise wird ein Arzt gegenüber einem Patienten eher „transpirieren“, ein Bauarbeiter aber „ordentlich schwitzen“.