Karl Pearson lebte von 1857-1936 und wuchs in einer streng religiösen Qäkerfamilie in Yorkshire auf. Sein Vater war Rechtsanwalt. Er studierte Mathematik, Philosophie, Theologie, Physik, Metaphysik, Jura, Geschichte und Deutsche Literatur in Cambridge, Heidelberg und Berlin. Während seiner Studienzeit gab er seinen christlichen Glauben auf und wandte sich den Agnostikern zu.

Karl Pearson

Karl Pearson war einer der bedeutendsten Statistikern und hat diesen Zweig der Mathematik bis heute nachhaltig beeinflusst.

In seinen jüngeren Jahren beteiligte sich Karl Pearson an der sozialistischen Bewegung und bot Karl Marx an, sein Buch „Das Kapital“ ins Englische zu übersetzen. 1885 gründete er einen Club, der sich mit der Rolle der Frau und des Mannes in der damaligen Gesellschaft befasste. Karl Pearson war einer der bedeutendsten Statistikern und hat diesen Zweig der Mathematik bis heute nachhaltig beeinflusst. Doch auch auf anderen Gebieten, wie zum Beispiel der Physik, Theologie, Geschichte oder in Deutscher Literatur und im juristischen Bereich galt Karl Pearson als Experte. Er zählt außerdem zu den frühen Pionieren der Psychologie und war ein überzeugter Anhänger des Darwinismus. Diese Einstellung wirkte sich in seinen späteren Jahren auch auf seine politischen Ansichten aus, die nationalsozialistisch geprägt waren. Karl Pearson war 1901 Mitbegründer von Biometrica, der ersten Fachzeitschrift für moderne Statistik.

Karl Pearsons wissenschaftlicher Beitrag:

1884 wurde er Professor für angewandte Mathematik und Mechanik am University College London. Seine Arbeit mit den Studenten förderte Karl Pearsons Interesse an der Statistik. In seinem 1892 herausgegebenen wissenschaftlichen Werk „Grammar of Science“ kritisierte er, dass die damaligen wissenschaftlichen Forschungsmethoden hauptsächlich deskriptiver und selten erklärender Natur waren. Karl Pearson betonte die Bedeutung der Quantifizierung in Biologie, Medizin und in den Sozialwissenschaften. 1897 führte er die Idee des Korrelationskoeffizienten, die auf seinen Lehrer Francis Galton (1822-1911) zurückgeht, weiter aus. Er kannte den Korrelationskoeffizienten als Zusammenhangsmaß zweier Variablen bereits aus Arbeiten von Bravais im Jahr 1846. Karl Pearson wurde populär durch die Entwicklung des Produkt-Moment-Korrelationskoeffizienten, der auch als Maßkorrelationskoeffizient oder als Korrelationskoeffizient nach Pearson bezeichnet wird. Dieser dient der Ermittlung linearer Zusammenhänge zwischen zwei quantitativen Größen. Neben dem Korrelationskoeffizienten entwickelte er auch die Momentenmethode, die Hauptkomponentenanalyse, den Chi-Quadrat-Test oder den p-Wert.

Der Korrelationskoeffizient r nach Karl Pearson:

Er wird bei intervallskalierten und dichotomen Daten für die Ermittlung des linearen Zusammenhangs eingesetzt. Ist r kleiner als 0, so handelt es sich um einen negativen linearen Zusammenhang. Wenn r größer als 0 ist, dann liegt ein positiver linearer Zusammenhang vor. Entspricht r = 0, so liegt kein linearer Zusammenhang vor. Der Korrelationskoeffizient kann sich zwischen -1 und +1 bewegen. Je näher r bei -1 oder +1 liegt, umso stärker ist der lineare Zusammenhang. Je näher er bei 0 liegt, desto schwächer ist der lineare Zusammenhang der untersuchten quantitativen Größen. Es muss sich hierbei um voneinander unabhängige und normalverteilte Beobachtungspaare handeln.

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