„Der Prozess“ ist ein Roman von Franz Kafka. Es geht darin um einen Gerichtsprozess, der dem Protagonisten Josef K. – ein höherer Bankangestellter – gemacht wird. Der Prozess dauert ein Jahr; er beginnt mit der Verhaftung Ks. und endet mit dessen Hinrichtung.

Unversehens setzt die Handlung von „Der Prozess“ ein – ganz „kafkaesk“, wie etwa in der Erzählung „Die Verwandlung“ – der Roman beginnt mit der bloßen Mitteilung, dass Josef K. verhaftet wird. K. versucht nun, den Grund für seine Verhaftung zu erfahren und auch, was genau für ein Gericht es sei, das ihn anklagt – allerdings ergebnislos. Eben dieses Bemühen Josef Ks. um Aufklärung ist es, das den gesamten Roman „Der Prozess“^hindurch geschildert wird.
K. ist zu Beginn noch fest entschlossen, weder seine Schuld, noch das Gericht anzuerkennen; von diesem wird er aber bald schon zu einer ersten Untersuchung herbeizitiert, zu der er auch – entgegen seiner ursprünglichen Absichten – erscheint. Er hält dort eine Rede, in der er die Legitimität des Gerichts anzweifelt und ankündigt, dem Prozess künftig nicht mehr beizuwohnen. Tatsächlich verstrickt er sich aber immer mehr in diesen.

Die Helfer

"Der Prozess" von Franz Kafka handelt vom undurchsichtigen Gerichtsverfahren gegen den Protagonisten Josef K.

„Der Prozess“ von Franz Kafka handelt vom undurchsichtigen Gerichtsverfahren gegen den Protagonisten Josef K.

Nach und nach drängt der Prozess alles weitere im Leben Ks. in den Hintergrund. Die Arbeit in der Bank kann K. kaum noch erledigen, sein Bemühen, Informationen über den Prozess zumindest von seinem Arbeitsplatz fernzuhalten, erweist sich bald als gescheitert. Nach und nach stellt sich heraus, dass immer mehr Menschen von seinem Prozess wissen und Details kennen, die selbst K. nicht kennt; es beginnt mit dem Besuch eines Onkels von K., der diesen überredet, die Hilfe eines Advokaten in Anspruch zu nehmen. Der Anwalt scheint auch sehr gut über Ks. Prozess informiert zu sein, aber seine Unterstützung erweist sich als vollkommen nutzlos und hat keinerlei konkrete Auswirkungen auf den Verlauf des Verfahrens; ebensowenig wie diejenige, die K. von einem weiteren Helfer angeboten wird, einem Portraitmaler, der sich bestens in den ominös erscheinenden Gerichtskreisen auszukennen scheint. Extrem detailreich schildern beide den Charakter und den Ablauf eines Prozesses, wie er gegen K. geführt wird; ob sie aber zu seinen Gunsten eingreifen können, bleibt ebenso unklar und rätselhaft wie das Vergehen, dessen sich K. schuldig gemacht haben soll.

Ende mit Schrecken

„Der Prozess“ ist darin einer weiteren Erzählung Kafkas sehr ähnlich – in „Das Urteil“ geht es ebenfalls um die Thematisierung einer unbekannten Schuld. „Der Prozess“ endet schließlich damit, dass K. wiederum von Gerichtsbeamten abgeholt und, ohne dass sein Vergehen aufgeklärt worden wäre, mit einem Messer hingerichtet wird.