Das Kulturleben Deutschlands wurde durch den Philosophen Martin Heidegger (1889-1976) nachhaltig beeinflusst. Heidegger veröffentlichte sein wichtigstes Werk „Sein und Zeit“ im Jahre 1927 und stieß durch seine Auseinander-setzungen mit der abendländischen Philosophie Debatten auf internationalem Parkett an. Der Existenzphilosoph wird zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts gezählt.

Heideggers Jugendjahre in Meßkirch, Konstanz und Freiburg

Martin Heidegger verbrachte eine Zeit an der Freiburger Universität

Martin Heidegger verbrachte eine Zeit an der Freiburger Universität

Aufgewachsen ist er im badischen Meßkirch. Eine Bildungskrise überwand der begabte Junge durch den Pfarrer der kleinen Schule. Ihm ist ein besonderes Talent aufgefallen, das er durch Beihilfen förderte. Martin Heidegger besuchte durch die kirchliche Unterstützung Studienheime sowie Seminare in Konstanz und Freiburg und schloss mit dem Abitur ab. Nach einem Aufenthalt in einem Orden widmete sich Heidegger der Philosophie und Theologie. In der Zeit an der Freiburger Universität entdeckte er seine Vorliebe für philosophische Schriften und brach sein Theologiestudium ab.

Orientierung, frühe Schaffenszeit und Nationalsozialismus

Die frühe Schaffensphase des Philosophen Martin Heidegger gilt gleichsam als seine wichtigste. Im Kontext des Ersten Weltkriegs promovierte er im Fach Philosophie und habilitierte in kurzer Abfolge um 1915. Der Wehrdient unterbrach die akademische Karriere und Heidegger wurde unter anderem in den Dienst der Post gestellt. Er heiratete 1917 Elfriede Petri. Zeitlebens wusste Heidegger nicht, dass der leibliche Vater seines Sohnes Hermanns ein Freund Elfriedes war.

Heidegger begann unter anderem mit Hannah Arendt eine Affäre, die während seiner Ehe nicht die letzte war. Es ist bekannt, dass Heidegger während der Zeit des Nationalsozialismus Deutschland nicht verlassen hat und mit der Theologie zu dieser Zeit brach. Heidegger orientierte sich zunehmend für die Wechselwirkungen zwischen der Sprache und dem Sein. Er veröffentlichte sein Hauptwerk im Jahr 1927 und galt unter Zeitzeugen als ausgezeichneter Lehrer des Fachs. 1933 folgte Martin Heidegger dem Ruf als Rektor an die Universität Freiburg.

Heidegger und der Nihilismus

Martin Heidegger betreute in einem Ausschuss den Nachlass des Philosophen Friedrich Nietzsches, aus dem er jedoch austrat. Er warf später Nietzsche vor, den Nihilismus nicht überwunden, sondern in ihm verhaftet geblieben zu sein. Heidegger hob hervor, dass Nietzsche die Verneinung des Seins zur Sprache gebracht hätte. Dagegen stellt er fest, dass Nietzsche metaphysische Denkgewohnheiten nicht überwinden konnte. Diese sprachlichen Schwierigkeiten beschäftigen Heidegger bis zur Abkehr der Seinsgeschichte im Spätwerk.