Nihilismus ist in seiner Bedeutung zum einen theologisch geprägt und meint damit das völlige Nichtvorhandensein von übergeordneten Autoritäten also Göttern. In seiner philosophischen Prägung ist mit Nihilismus zum anderen die Leugnung sämtlicher Autoritäten sowie Werten gemeint.

Die Herkunft des Begriffes Nihilismus

Nihilismus geht von dem fehlen von übergeordneten Autoritäten wie Göttern aus

Nihilismus geht von dem fehlen von übergeordneten Autoritäten wie Göttern aus

Nihilismus wird abgeleitet aus dem Lateinischen nihil bzw. nihilim („nichts“). Eine gewisse Prägung des Begriffes gehen auch vom mittellateinischen nichilianista („der an nichts glaubt“) und annihilare („verneinen, vernichten“) aus und zeigt besonders im Falle von nichilianista die theologische Prägung, was jedoch in keinem Kontext zum Atheismus steht.

Die moderne Verwendung von Nihilismus

Zeitgeschichtlich ist der Begriff ab ca. dem 19 Jh. bis heute eher auf die Philosophie bezogen anstatt auf die Theologie, wobei in der Philosophie im Hintergrund auch immer eine religiöse Komponente vorhanden ist, denn eine Ablehnung jeglicher oberer Autoritäten und auch Werte muss zur Folge haben, dass auch Gott bzw. Gottheiten abgelehnt werden. Dieser Umstand wurde jedoch öfters in eine polemische Verwendung umgedeutet und damit jegliche Existenz von Kirche und Religion abgelehnt.
Eine Verwendung nur in Bezug auf die völlige Ablehnung von Werten, Erkenntnissen und Ordnungen ist allerdings zu wenig, der Nihilismus beschreibt eher ein Lebensgefühl und einen Zustand anstatt einer konkreten Position. Dabei haben alle menschlichen Ordnungen wie Werte usw. ihren Sinn und ihre Bedeutsamkeit verloren, so dass der Mensch in eine Art Gleichgültigkeit und Langeweile verfällt. Sein Leben ist geprägt von Leere.

Aufgrund dieser Grundstimmung des Nihilismus entstehen ab dem 19. Jh. zahlreiche zumeist philosophische Theorien in Bezug dazu, die von einflussreichen Personen wie F.H. Jacobi (welcher den Begriff Nihilismus auch zum ersten Mal in dieser Form verwendete), C. Brentano, F. Nietzsche sowie M. Heidegger geprägt werden. Er lässt sich im Einzelnen in verschiedene Unterstufen abgrenzen, wie den metaphysischen, moralischen und logischen Nihilismus, welche in detaillierter Betrachtung unterschiedliche Schwerpunkte setzen. In der heutigen Zeit wird der Begriff in der Wissenschaft aufgrund seiner Deutungsvielfalt eher selten verwendet.