Wäre die Anzahl der Chromosomen eine Messgröße für den Entwicklungsstand des Lebewesens, so müsste uns der Hund, mit seinen 78 Chromosomen, an der Leine führen. Selbst das Farnkraut mit seinen 512 Chromosomen würde sich in den Wäldern nur mitleidig im Winde wiegen, wenn wir durchs Gehölz streifen.

Chromosomen

Wir Menschen besitzen 46 Chromosomen.

Aber nein, auch hier ist wieder einmal nicht die Quantität entscheidend. Entscheidend ist, was solch ein Chromosom beinhaltet. Denn diese Informationen werden von Generation zu Generation weitervererbt. Das sind die Gene, wie man so schön sagt. Ein Gen, das ist die kleinste Einheit einer Erbinformation. Das Chromosom an sich kann man mit „Farbkörper“ übersetzen. Der Name kommt daher, dass man damals dieses homogene, schleimige etwas Zelle, was unter dem Lichtmikroskop lag, einzufärben. Dies klappte mit den Strukturen, die sich im Zellkern befanden besonders gut, schon hatten sie ihren Namen weg, die Chromosomen (Chromatin, so benannt von Walter Flemming, Zytologe, Publikation 1882). Wir Menschen besitzen 46 Chromosomen, dabei jeweils 2 Geschlechtschromosomen, die, aufgrund ihres Erscheinungsbildes bei der Frau als XX- und beim Mann XY- Chromosomen bezeichnet werden.

Ein Überblick von Groben ins Kleinste:

  • Menschliche Körperzelle (oder Keimzelle)
  • Zellkern
  • 46 Chromosomenpaare, diploider Chromosomensatz (oder 23 Chromosomen, haploider Chromosomensatz)
  • Gene
  • D N S Desoxyribonukleinsäure
  • Nukleinsäuren
  • Nukleotide
  • Phosphat, Zucker- und Basen
  • Adenin, Guanin, Cytosin, Thymin (Uracil)

Die Anordnung der letztgenannten Basen ist dafür verantwortlich, welche Augenfarbe wir haben und dafür, ob die Erbsenblüten weiß oder rosa sind. Ein Gen, bestehend aus diesen Basen, ist die kleinste Informationseinheit.

Die Genetik und wie alles begann

Als Begründer der Genetik (griechisch: Ursprung, Abstammung), Wissenschaft über die Abstammung, Vererbungslehre, gilt Gregor Mendel. Er hat damals, um 1850, als Erster Versuchsreihen mit der Kreuzung verschiedener Erbsenarten durchgeführt. In diesem Zusammenhang hatte er damals schon mit dem Lichtmikroskop in die Zelle hineingeschaut und die Chromosomen im Zellkern als Träger der Erbsubstanz untersucht. Allerdings kannte Mendel den Begriff Chromosom damals noch nicht.

Gregor Mendel und seine Erbsen

Bis heute werden die Mendelsche Regeln in der Pflanzenzucht angewendet und haben Bestand, auch wenn inzwischen zahlreiche Abwandlungen von diesen Regeln bekannt sind. Es sind die Uniformitätsregel, die Spaltungsregel und die Regel der Neukombination.

Anhand von Erbsenpflanzen hat Mendel z.B. die Weitervererbung von eindeutigen Merkmalen auf einem Gen, untersucht. Die wohl bekannteste Erkenntnis, aus der Uniformitätsregel lautet:“Wenn zwei Eltern, die sich in einem Merkmal unterscheiden, für das sie beide reinerbig sind, sind die Nachkommen der ersten Filialgeneration uniform, in Bezug auf dieses Merkmal gleich. Dies gilt für den Phänotyp, hier ist das Merkmal ist sichtbar, als auch für den Genotyp, d.h. die Anlage ist vorhanden.“