Gregor Mendel führte in den 1860er Jahren Versuche an Erbsen durch, deren Veröffentlichung zunächst aber praktisch unbemerkt blieb. Erst nachdem weitere wissenschaftliche Erkenntnisse klärten, das Vererbung mit Hilfe von Genen stattfindet, die auf Chromosomen liegen, wurden die Mendelschen Regeln um das Jahr 1900 wiederentdeckt und bilden heute eine der Grundlagen der Genetik.

Die meisten Tiere und Pflanzen haben einen doppelten Chromosomensatz (diploid), der entweder die gleiche Variante (reinerbig oder homozygot) eines Gen (Allel) tragen kann oder zwei verschiedene Varianten (mischerbig oder heterozygot).
Ist ein Individuum heterozygot, gibt es drei Möglichkeiten, wie sich der Phänotyp ausprägen kann:

  • dominant-rezessiv
  • intermediär
  • kodominant

In einem dominant-rezessiven Erbgang (Bluterkrankheit) wird nur die dominante Variante ausgebildet. Ist der Erbgang intermediär (rosa Blüten, bei roten und weißen Elternblüten bei der Wunderblume Mirabilis jalapa), ist der Phänotyp eine Zwischenform beider Varianten. In einem kodominante Erbgang (menschliche Blutgruppen) werden dagegen beide Varianten ausgeprägt.

Erste der Mendelschen Regeln (Uniformitätsregel)

Paart man zwei homozygote Individuen miteinander, haben alle Nachkommender ersten Generation den gleichen Phänotyp. Sie sind bezüglich des betrachteten Merkmals alle heterozygot.

Zweite der Mendelschen Regeln (Spaltungsregel)

Kreuzt man die heterozygoten Nachkommen der ersten Generation miteinander, spalten sich die Nachkommen der zweiten Generation im Verhältnis 3:1 bei einem dominant-rezessiven Erbgang und 1:2:1 bei einem intermediären oder kodominanten Erbgang auf.

Dritte der Mendelschen Regeln

Kreuzt man Individuen miteinander, die in zwei verschiedenen Mekmalen homozygot sind, werden diese Gene unabhängig voninander vererbt. Dabei entstehen in der zweiten Nachkommengeneration auch völlig neue Kombinationen reinerbiger Individuen.

Mendelsche Regeln

Die Mendelschen Regeln sind in der Genetik wichtig.

Die Mendelschen Regeln sind in der Genetik wichtig, weil sie wichtige Hinweise darauf gaben, wie Vererbung funktioniert und was Gene sind. Die Mendelschen Regeln zeigen, dass Gene tatsächlich physische Einheiten sind, die nicht geteilt werden können. In der zweiten Nachkommengeneration tauchen Phänotypen auf, die in der ersten Nachkommengeneration nicht vorhanden waren. Ein solcher Befund läßt sich nicht mit der bis dahin angenommenen Vererbung durch Vermischung erklären. Die mendelschen Regeln zeigen, dass eine Vermischung nur im Phänotyp, aber niemals im Genotyp, auftreten kann. Die gefundenen Muster der Vererbung lassen sich nur erklären, wenn man annimmt, das Merkmal tatsächlich physisch weitergegeben werden. Diese Einheiten nennt man Gene, die auf den Chromosomen liegen.