Das Drama „Vor Sonnenaufgang“ von Gerhart Hauptmann (1862-1946), gilt in der Literatur als das Durchbruchswerk in der Zeit des Naturalismus. 


Gerhart Hauptmann, ein Publizist und Dramatiker beschäftigte sich insbesondere mit den Ursachen von gesellschaftlichen Missständen. Er griff das Handlungsgeschehen von „Vor Sonnenaufgang“ in der Epoche des Naturalismus (1885-1895) auf. Sein Ziel war es, die Realität möglichst ungeschminkt darzustellen.

Aufstieg und Niedergang einer Familie

Das Drama „Vor Sonnenaufgang“ behandelt die Zeit nach 1885. Gerhart Hauptmann spiegelt in dem Werk eigene Erfahrungen wieder. Sicher abgewandelt, aber im Kern treffend. Die Figuren in Hauptmanns Stück erfahren die Zeit der Entdeckung von Kohle in Schlesien. Herr Krause, ein Bauerngrundbesitzer, wird durch diese Entdeckung überraschend reich. Der Umgang mit dem vorherrschenden Reichtum wird Krause und seinen Angehörigen zum Verhängnis. Krause lebt in zweiter Ehe mit Frau Krause, einer primitiven und adelsorientierten Frau zusammen, welche kinderlos ist. Beide sprechen dem Alkohol zu und verfallen diesem. Das Kind Krauses aus erster Ehe, Tochter Helene wuchs in einem Kloster auf und ist gebildet. Die Umstände in ihrer Familie belasten sie zunehmend. Die schwangere Martha, auch Tochter des Hauses, ist schwer alkoholkrank und mit Hoffmann, einem skrupellosen Geschäftsmann verheiratet. Hoffmann ist Vertreter des kapitalistischen Systems.Hinzu gesellt sich Loth, ein alter Schulfreund Hoffmanns. Als Journalist und Sozialreformer will er die Missstände im Dorf aufdecken. Viel Geld besitzt er nicht.
Im Verlauf der Handlung tun sich weitere Abgründe auf. 

Das Drama "Vor Sonnenaufgang" von Gerhart Hauptmann (1862-1946), gilt in der Literatur als das Durchbruchswerk in der Zeit des Naturalismus.

Das Drama „Vor Sonnenaufgang“ von Gerhart Hauptmann (1862-1946), gilt in der Literatur als das Durchbruchswerk in der Zeit des Naturalismus.


Wilhelm Kahl, ein primitiver Jüngling, ist der Neffe von Frau Krause. Vorgesehen ist er als zukünftiger Ehemann von Tochter Helene. Diese lehnt die Beziehung ab.
Frau Krause und Wilhelm Kahl begehen Inzucht. Helene und Loth kommen sich näher und verlieben sich. Allerdings vertritt die Loth die Ansicht, das Alkoholismus vererbbar ist und eine Beziehung zu Frauen mit diesem Gen nicht tragbar. Als Dr. Schimmelpfennig, der Dorfarzt in Erscheinung tritt, um die Geburt von Martha zu begleiten, klärt er Loth über die Verhältnisse in der Familie auf. Loth verlässt Helene. Diese nimmt sich daraufhin das Leben. Das Kind von Martha wird tot geboren.

„Vor Sonnenaufgang“, unverblümt und realistisch, Ende offen…

Gerhart Hauptmann übt mit „Vor Sonnenaufgang“ Kritik am damaligen Wirtschaftssystem, der Gesellschaftsordnung, der Familie und der Staatsform.
Bereits mit der Novelle „Bahnwärter Thiel“ (1888) griff er die Unfähigkeit der Menschen das eigene Leben zu ändern auf. Mit „Vor Sonnenaufgang“ schuf Gerhart Hauptmann eines der bedeutendsten Prosawerke des deutschen Naturalismus. Im Dezember 1912 erhielt Gerhart Hauptmann den Literatur Nobelpreis. Seine Kunst wird geehrt, als reich, vielseitig, hervorragend und wirksam.

Weitere Werke von Gerhart Hauptmann

  • Die Weber (1893)
  • Der Biberpelz (1893)
  • Die Ratten (1911)
  • Fuhrmann Henschel (1898)