Was ist eine Suggestivfrage?

Bei einer Suggestivfrage handelt es sich um ein rhetorisches Mittel, bei dem der Befragte durch die Art der Fragestellung des Fragenden, in seiner Antwort beeinflusst wird. So kann der Fragende Einfluss auf den Befragten nehmen, sodass in diesem Fall der Befragte von einer rationalen Antwort abgehalten werden kann. Wer die Suggestivfrage verwendet, stellt seinem Gegenüber keine echt Frage an sich, sondern versucht den Befragten von seiner eigenen Idee zu überzeugen. Dieses rhetorische Mittel findet in vielen Lebenssituationen Anwendung.

Anwendungsgebiete der Suggestivfrage

Suggestivfragen zielen darauf ab den Befragten von der Meinung des Fragenden zu überzeugen.

Suggestivfragen zielen darauf ab den Befragten von der Meinung des Fragenden zu überzeugen.

Die Suggestivfrage ist dabei nicht zu verwechseln mit der sogenannten Gretchenfrage. Die Gretchenfrage dient dazu, die wahren Absichten den Befragten an den Tag zu bringen. Die Suggestivfrage hingegen, soll den Befragten von der Idee des Fragenden überzeugen.
Ein häufiges Anwendungsgebiet der Suggestivfrage ist die Psychologie. Dieses Mittel ist gerade in Behandlungssituationen sehr hilfreich. Besitzt der Patient beispielsweise ein falsches Selbstbild, so kann dieses durch das rhetorische Mittel wieder richtig gestellt werden.
Auch bei einem Verhör ist die Suggestivfrage als Handwerkszeug sehr beliebt. Sie darf zwar nicht während einer Vernehmung eingesetzt werden um die Wahrheitsfindung zu fördern, jedoch ist sie nützlich um den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu überprüfen.
Zu diesem rhetorischen Mittel wird auch gerne bei Verkaufsgesprächen gegriffen, um den Kunden von einem bestimmten Produkt zu überzeugen, sodass die Grundeinstellung des Kunden zum Produkt positiv ist.
Bei einem Rechtsprozess darf eine Suggestivfrage nicht bei der Zeugenvernehmung verwendet werden, da der Zeuge beeinflusst wird und nicht mehr frei antworten kann. Dieses rhetorische Mittel darf jedoch verwendet werden, um die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu überprüfen, wie anfällig er solchen Suggestionen über ist.
In der Gesellschaft ist dieses rhetorische Mittel nicht gerne gesehen und wird eher abgelehnt. In privaten Situationen hingegen ist sie durchaus akzeptiert und wird nur in Konflikten abgelehnt, da sich beide Konfliktpartner schnell unwohl fühlen können.