Ob nun Indiana Jones sich mit dem Verbleib des Heiligen Grals beschäftigt. Oder ob das der Bestsellerautor Dan Brown in seinen Verschwörungs- und Enthüllungsromanen tut. Der Heilige Gral löst auch nach so vielen Jahrhunderten immer noch ein großes Interesse aus.

Dabei wird doch der Heilige Gral in einer Seitenkapelle der Kathedrale für alle Welt sichtbar in einem kostbaren Glasschrein aufbewahrt. Mit diesem Heiligen Gral haben zwei Päpste, Papst Johannes Paul II und Benedikt em. XVI bei ihrem Besuch in Spanien die Heilige Messe gefeiert.

Ist der Heilige Gral des Zimmermanns Sohn Kelch?

Die Legenden- und Mythenbildung um den Heiligen Gral ist eng verbunden mit der Zeit der Minne im Mittelalter. Im sagenumwobenen Reich des Königs Artus tauchen stark verbreitete Tradierungen auf, dass auf geheimnisvolle Weise Lazarus und seine Schwestern Maria und Martha, die Jesus, den Sohn des Zimmermanns Josef aus Nazareth, oft in ihrem Hause in der Nähe von Jerusalem beherbergt haben.

Es geht also um das Trinkgefäß eines sogenannten Wanderpredigers, der dieses wohl immer bei sich mitgeführt hat. Wie die mittelalterlichen Jakobspilger ihre Muschel zum Wasserschöpfen auf dem Weg nach Santiago de Compostela.

Das Material, aus dem Opern geschaffen werden

Der heilige Gral ist ein Kelch

Der heilige Gral ist ein Kelch

Richard Wagner hat in seiner Oper „Tristan und Isolde“ den mittelalterlichen Stoff der Rettung des Kelches Jesu verarbeitet. In der Legendenbildung wuchs ihm die Kraft zu, dass jeder der daraus trinkt, ewiges Leben erlangt. Die Legendenstränge sind unterschiedlich, denn in dem einen Strang handelt es sich um den Kelch, den Jesus beim letzten Abendmahl verwandt haben soll. In einem anderen Erzählstrang wird dieser Kelch als Gefäß beschrieben, womit die Anhänger von Jesus unter dem Kreuz sein Blut aufgefangen haben sollen.

Ein Gefäß zur Wiedergutmachung

Am Ende seines Lebens schickt Kaiser Konstantin der Große seine Mutter Helena ins Heilige Land, um über das Grab Jesu eine Basilika bauen zu lassen. Von der Pilgerreise brachte die Kaiserinmutter zahlreiche sogenannte „Herrenreliquien“ mit nach Rom, die großteils bis heute dort in der Kirche Santa Croce zu sehen sind.

Ein Heiliger Gral war bei diesen Erinnerungstücken an Jesus von Nazareth nicht dabei. Erst einige Jahrhunderte später wird der Heilige Gral erstmals in Valencia erwähnt.

Etliche mehrteilige Dokumentationen auf YouTube und KathTube haben sich mit der wechselvollen Geschichte des Heiligen Grals beschäftigt.