Als mit dem vierten Jahrhundert nach Christus die antiken Weltreiche von der Bühne der Geschichte verschwanden und sich in Europa neue Staaten zu bilden begannen, fand im sechsten Jahrhundert die Zeit des Mittelalters ihren Anfang. Generell wird dieser Tage darunter die Zwischenzeit zwischen Antike und Neuzeit verstanden, deren Beginn wiederum mit der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 gleichgesetzt wird.

Die nunmehr 1000-jährige Dauer des europäischen Mittelalters kann in drei Epochen unterteilt werden:

  • Frühmittelalter: 6. bis 11. Jahrhundert
  • Hochmittelalter: Mitte des 11. Jahrhunderts bis 1250
  • Spätmittelalter: 1250 – 1500

Bedeutende Herrscher im Mittelalter

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters war Kaiser Karl der Große. Er gilt als Stammvater Mitteleuropas und schaffte es auf dem Höhepunkt seiner Regentschaft einen ersten Vorläufer der EU zu errichten. Sein Reich zog sich von der Atlantikküste bis ins heutige Ungarn. Die Königswürde wurde Karl dem Großen in Aachen verliehen und so nahmen in den Jahrhunderten danach alle deutschen Könige auf diesem noch heute existenten Thron Platz.

Seine bedeutendsten Nachfolger waren beispielsweise Otto I., Friedrich Barbarossa und Heinrich VI., welcher den berühmten Gang nach Canossa antreten musste. Interessant zu wissen ist, dass die Herrscher über die deutschen Stämme nicht durch Erbfolge oder Kriege zur Krone kamen, sondern von den jeweiligen Landesfürsten und Bischöfen gewählt wurden.

Das Leben der einfachen Bevölkerung

Ritter mussten im Mittelalter adeliger Abstammung sein

Ritter mussten im Mittelalter adeliger Abstammung sein

Entgegen der Vorstellung, im Mittelalter hätten raue und unwirtliche Sitten geherrscht, erfuhren die Menschen gerade im Hochmittelalter eine immense Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.

Klimatisch günstige Umstände füllten die Vorratskammern der Bauern, was eine Halbierung der Kindersterblichkeit verursachte. Da viele Menschen im Mittelalter weder lesen noch schreiben konnten, spielte das Erzählen von Geschichten eine immense Rolle. Die Epen von König Artus, Tristan und Isolde und die Mythen über den heiligen Gral gehörten zu den populärsten Legenden jener Zeit.

Rittertum

Mittelalterliche Feste finden noch dieser Tage statt und werden häufig mit den bereits damals zelebrierten Ritterturnieren gleichgesetzt. Ritter konnte im Mittelalter nur derjenige werden, der adeliger Abstammung war und sich ritterlich verhalten hatte.

Der Schutz von „Witwen und Weisen“ war keine bloße Floskel, sondern markierte eine der wichtigsten Aufgaben des Ritterstandes.