Der Begriff Kolonie, der im lateinischen „colere“ = Bebauung heißt, wird verwendet, wenn es sich um ein Gebiet handelt, das keine eigene politische und wirtschaftliche Macht besitzt. Kolonisation heißt, das Gebiet ist immer noch abhängig vom Staat und es geht hier um eine sogenannte Landnahme. Das bedeutet, hier findet eine Inbesitznahme von fremdem Grund und Boden statt, wobei keine Eigentumsverhältnisse geklärt werden – ohne Duldung oder Zustimmung.

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die englische Gruppe „Diggers“ gegründet, die an die wirtschaftliche Gleichberechtigung glaubten und die bestehende Gesellschafts-ordnung reformierte. Diese erste entstehende Kolonie strebte eine agrarische Lebensweise an und versuchte die Besitzstände einzuebnen. Mit der Gründung entstanden kleine ländliche Kommunen, die Mitglieder einer kirchlichen Gemeinde waren.

So hatte in Nordamerika die Landnahme durch die „Squatters“ eine weitreichende Bedeutung. Die Besiedelung des amerikanischen Westens nahm ihren Verlauf. Auch hier wurde ohne Rechtstitel von unbebautem fremden Land besitz ergriffen. Heute nennt man Hausbesetzer gerne Squatters. Kolonien dieser Art findet man heute noch verbreitet in Australien, Südafrika und in den Entwicklungsländern.

Vom Kolonialismus zur Entwicklungshilfe – welche Auswirkungen hat es auf die Einheimischen Bevölkerungen?

In Afrika wurde jede Kolonie unter den Großmöchten aufgeteilt

In Afrika wurde jede Kolonie unter den Großmöchten aufgeteilt

Das klassische Zeitalter der Kolonien hat praktisch mit Kolumbus begonnen und ist mit der Dekolonisation Afrikas beendet worden – das war 1960. Die koloniale Beherrschung im 17. und 18. Jahrhundert war verbunden mit dem größten Sklavenimport aus Afrika. Ein höchster Gewinn für die Mutterländer, gefolgt von der Brutalität und Ausbeutungsbereitschaft europäischer Staaten. Die europäischen Großmächte teilten den Kontinent auf und die vorhandenen Kolonien von ungefähr 10 000 wurden auf 40 reduziert. 1914 bestanden noch geschätzte 68 % der Weltfläche aus Kolonien, was ca. 600 Millionen Menschen entsprach, wovon 120 Millionen davon in Afrika lebten. Das Achsenjahr 1960 brachte den afrikanischen Staaten wirtschaftlich nichts ein, aber die politische Befreiung stand bevor. Bis heute bestehen die ausbeuterischen Verflechtungen mit den Kolonialstaaten. Noch heute ist es ein Thema, das Europa mit vielerlei Unrecht und Menschenrechtsverletzungen behaftet ist und der Süden Gerechtigkeit fordert.