Beim Plusquamperfekt handelt es sich um eine Zeitform der Vergangenheit. Das Wort „Plusquamperfekt“ kann aus dem Lateinischen abgeleitet werden und bedeutet „mehr als das Perfekt“, d.h. beim Plusquamperfekt handelt es sich um eine Zeit, die weiter zurück liegt, als das Perfekt. Im Deutschen gibt es an Zeitformen der Vergangenheit das Präteritum, das Perfekt und das Plusquamperfekt. Diese können, wie auch die Zeitformen der Gegenwärt und Zukunft, sowohl im Indikativ (Wirklichkeitsform) als auch im Konjunktiv (Möglichkeitsform) auftreten.

Bildung der Vorvergangenheit

Während das Präteritum mit dem Verb selbst gebildet wird ohne einer zusätzlichen Form des Hilfsverbs zu bedürfen, sind sowohl Perfekt als auch Plusquamperfekt jeweils mit Hilfsverb und dem Partizip II des Vollverbs zu bilden. Ein Beispiel: Das Verb „rennen“ lautet im Präteritum 3. Person Einzahl „er rannte“, währenddem das Perfekt „er ist gerannt“ und das Plusquamperfekt „er war gerannt“ lautet. Ein anderes Beispiel wäre singen. Im Präteritum heißt es „er sang“, im Perfekt „er hat gesungen“ und im Plusquamperfekt „er hatte gesungen“. Damit stehen die beiden Hilfsverben zur Bildung des Plusquamperfekts fest: je nach Vollverb brauche ich entweder „hatte“ oder „war“ in der jeweiligen Form sowie das entsprechende Partizip II dazu. Das Partizip II, oder auch Perfekt Partizip genannt, bilde ich je nach starken oder schwachen Verben durch Anhängen von -t oder -en an den Verbstamm sowie durch Vorsetzen der Silbe ge-.

Verwendung

"Als Kolumbus lebte, waren Dinosaurier ausgestorben" - Das Plusquamperfekt bezeichnet die Vorvergangenheit.

„Als Kolumbus lebte, waren Dinosaurier ausgestorben“ – Das Plusquamperfekt bezeichnet die Vorvergangenheit.

Wann verwende ich das Plusquamperfekt? Es handelt sich hierbei um die sogenannte Vorvergangenheit. Das bedeutet, wenn zwei Handlungen in der Vergangenheit ablaufen und eine dabei zeitlich vor der anderen liegt, so ist diese mit dem Plusquamperfekt wiederzugeben. Damit kommt es oft vor, dass ein zusammengesetzter Satz beide Zeitformen der Vergangenheit enthält. Beispiel: Nachdem er nach Hause gekommen war, schaltete er den Fernseher ein und legte die Beine hoch. Hier steht das Heimkommen an erster Stelle und liegt zeitlich vor dem Einschalten des Fernsehers und dem Hochlegen der Beine. Oder aber: Bevor er auf die Baustelle ging, hatte er noch schnell die Wäsche angesetzt und den Müll heraus gebracht. In letzterem Beispiel ist es genau anders herum und die Tätigkeiten, die zuerst ausgeführt werden, kommen an zweiter Stelle im Satz. Was an diesen beiden Beispielen deutlich wird, ist, dass es Konjunktionen gibt, die helfen, die Tätigkeiten zu ordnen und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Solche Konjunktionen, wie „nachdem“, „sobald“ oder „bevor“ können sowohl ganz am Anfang des zusammengesetzten Satzes als auch in der Mitte als Verbindungsglied zwischen den Sätzen stehen.