Das Imperfekt ist eine Tempusform. Er bezeichnet auf sprachlicher Ebene eine Zeitstufe der in die Gegenwart hineinreichenden Vergangenheit. Es wird auch als Präteritum bezeichnet. Zusammen mit dem Perfekt bildet es gemeinsam eine Zeitstufe. Der Unterschied zwischen Perfekt und Imperfekt liegt einzig in der Verwendung. Während das Perfekt in der gesprochenen Sprache benutzt wird, wird das Imperfekt vor allem in geschriebenen Texten angewendet.

Das Imperfekt drückt bereits abgeschlossene Ereignisse der Vergangenheit aus, die deutsche Übersetzung des lateinischen Begriffs „Imperfekt“ als „unvollendete Vergangenheit“ wird daher als irreführend angesehen. Vor allem deshalb wird heute der Begriff Präteritum öfter benutzt. Das Präteritum kennt drei verschiedene Modi, in denen es angewendet wird: den Imperativ, den Konjunktiv und der Indikativ. Während der Imperativ auch als Befehlsform bezeichnet wird, da es etwa Aufforderungen angibt, gilt der Konjunktiv als Möglichkeitsform, da er verschiedene Möglichkeiten darstellt. Der Indikative hingegen wird als Wirklichkeitsform bezeichnet, da sie in der Normalform steht.

Die Bildung des Präteritums

"Diese Blume blühte" - der deutsche Imperfekt bezeichnet die abgeschlossene Vergangenheit.

„Diese Blume blühte“ – der deutsche Imperfekt bezeichnet die abgeschlossene Vergangenheit.

Das Präteritum wird verwendet, um einen Zustand oder eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit zu beschreiben. So etwa in dem Beispielsatz „Die Kinder sprachen deutsch“. Das Präteritum ist oft durch das Perfekt austauschbar. Wie etwa in folgendem Beispiel: „Die Kinder sprachen deutsch. – Die Kinder haben deutsch gesprochen“. Vor allem wird das Präteritum aber in Berichten oder Erzählungen verwendet, im sogenannten Erzählmodus. Folgende Sätze könnten als Beispiel dienen: „Es war einmal ein kleiner Junge. Der wohnte in einem Land…“

Regelmäßige oder schwache Verben werden im Präteritum gebildet, indem dem Verbstamm eine Präteritum-Endung angehängt wird. Folgendes Beispiel dient der Verdeutlichung: Das Wort „lernen“ hat den Wortstamm „lern“. In der ersten Person Einzahl wäre die Präteritum-Endung „te“. So steht der Satz „Damals lernte der Junge in Köln Englisch“ im Imperfekt. Die weiteren Präteritum-Endungen sind folgende: du „lern-test“, er/sie/es „lern-te“, wir „lern-ten“, ihr „lern-tet“ und sie „lern-ten“.

Bei den unregelmäßigen oder starken Verben sieht die Bildung anders aus. Manche von ihnen, wie etwa „haben“, „werden“ oder „sein“, werden häufig von uns benutzt. Sie bilden sich, wie ihr Name schon sagt, unregelmäßig und müssen deshalb gelernt werden. So lautet das Imperfekt von „haben“ „hatten“ und seine weiteren Formen wie folgt: ich „hatte“, du „hattest“, er/sie/es „hatte“, wir „hatten“, ihr „hattet“ und sie „hatten“. Das Imperfekt von „werden“ lautet „wurden“. Seine weiteren Formen sind folgende: ich „wurde“, du „wurdest“, er/sie/es „wurde“, wir „wurden“, ihr „wurdet“ und sie „wurden“. Von „sein“ ist das Imperfekt „waren“. Seine weiteren Formen lauten wie folgt: ich „war“, du „warst“, er/sie/es „war“, wir „waren“, ihr „wart“ und sie „waren“. Aber es gibt von viele weitere unregelmäßige Verben wie „wissen“, „denken“, „gehen“, „fahren“, „bringen“ oder „lassen“.