Diese Kinder verfügen in der Regel über eine weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Begabung. Diese Fähigkeit der Betreffenden lässt sich im Rahmen eines standardisierten Testes sogar messen. Solche Kinder erzielen bei diesen Intelligenztests ein Ergebnis, das mindestens zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert aller anderen getesteten Personen liegt.

Die Ursachen der Hochbegabung

Über die Ursachen einer Hochbegabung ist sich die Wissenschaft derzeit noch uneins. Es wird angenommen, daß eine besondere Konstellation des sozialen Umfeldes in Verbindung mit genetischen Einflüssen zur Hochbegabung bei den betroffenen Kindern führen kann. Auch wird ein Zusammenhang zwischen der Konzentration des Wachstumshormons IGF-1 und der Hochbegabung vermutet. Untersuchungen haben ferner nachgewiesen, daß die Kinder von älteren Müttern tendenziell intelligenter sind, als die Kinder von jungen Müttern. Auch existieren Auffälligkeiten und Besonderheiten in Bezug auf das Geschlecht. So gibt es unter männlichen Kindern mehr Hochbegabte, als unter weiblichen Kindern.

Die soziale Herkunft des Kindes und der sozioökonomische Status der Eltern, das Erziehungsverhalten und die spezifische Ernährung nehmen ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf ein Kind, das hinsichtlich seines IQ, seiner emotionalen Intelligenz ein. Auch ohne den Intelligenztest erkennt man diese Kinder an bestimmten Auffälligkeiten, die sie in ihrem sozialen Umfeld zeigen.

Woran erkennt man hochbegabte Kinder?

Eine Hochbegabung äußert sich durch frühes lesen können und ein deutliches Interesse an Büchern.

Eine Hochbegabung äußert sich durch frühes lesen können und ein deutliches Interesse an Büchern.

So lassen sie bezüglich ihres Lernens und Denkens bereits ein hohes Detailwissen und ein sehr gutes Verständnis für komplexe Zusammenhänge erkennen. Ihr Wortschatz und ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit sind bereits ungewöhnlich deutlich ausgeprägt. Bereits früh verfügen sie über die Fähigkeit, lesen zu können und sie zeigen ein deutliches Interesse an Büchern, die weit über ihrem Altersniveau liegen. Sie neigen zum selbständigen geistigen Arbeiten und setzen sich dabei stets sehr hohe Ziele. Ferner zeigt es sich auch an deutlichen Auffälligkeiten in seinem Arbeitsverhalten und in seinen Interessen. Das Kind neigt zur sehr starken Vertiefung in bestimmte Problemstellungen. Es stellt geradezu perfektionistische Ansprüche an sich selbst, es neigt zu Langeweile und zur Verweigerung, sofern es mit Routineaufgaben betraut wird.

Das hochbegabte Kind neigt besonders in Kindergarten und Schule zu sehr starken Auffälligkeiten.Es ist ständig gelangweilt und zeigt keinerlei Interesse an der Beschäftigung mit altersgemäßen Aufgaben oder dem aktuellen Schulstoff seiner Klassenstufe. Es stört seine Mitschüler, um deren Aufmerksamkeit zu erlangen und nimmt dabei nicht selten die Rolle eines Klassenclowns ein. Ein hochbegabtes Kind verharrt unter Altersgenossen meist in einer Außenseiterposition und fühlt sich unverstanden. Unter seinen Klassenkameraden gilt es als Streber und Besserwisser. Stets erzielt es auffällig gute und sehr gute Schulnoten. Das als hochbegabt einzustufende Kind zeigt nicht zuletzt in seinem sozialen Umfeld ein signifikant auffälliges Verhalten. So hat es kaum Interesse an den alterstypischen Aktivitäten.

In Bezug auf die Bewertung seiner eigenen Leistungen und bei Selbsteinschätzungen tritt es überaus perfektionistisch und in hohem Maße kritisch auf. Es bevorzugt stets verbale Auseinandersetzungen und vermeidet körperlich ausgetragene Macht- und Rangkämpfe. Es empfindet ein tiefes Gefühl des Isoliertseins. Das als hochbegabt klassifizierte Kind ist intellektuell bereits auf einem hohen Niveau, verharrt aber emotional noch auf Augenhöhe mit seinen Altersgenossen. Es wählt sich in der Regel deutlich ältere Freunde, tritt stets sehr individualistisch auf und tendiert dazu, Situationen alleine bestimmen zu wollen. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, die als hochbegabt gelten, über ungewöhnlich viele Bücher und Lexika verfügen und mit ihren Eltern häufig Museen und Ausstellungen aufsuchen. In der Regel ist ein als hochbegabt geltendes Kind weitaus interessierter an einer aktiven Freizeitgestaltung.

Welche Zukunftsaussichten hat das hochbegabte Kind?

Für seine Zukunft lässt sich allerdings sagen, daß Hochbegabung zu den gleichen Bedürfnissen und Befindlichkeiten führt, wie sie bei nur durchschnittlich begabten Menschen vorliegen. Hochbegabte weisen im Durchschnitt weniger soziale Probleme im späteren Lebensverlauf auf, allerdings sind bei ihnen überdurchschnittlich oft Defizite im Sozialverhalten im Erwachsenenalter nachweisbar.