Die literarische Gattung Drama

Neben der Lyrik und Epik gehört das Drama zu den drei großen literarischen Gattungen. Traditionell ist das Drama für die Aufführung auf der Bühne konzipiert und wird von Schauspielern szenisch umgesetzt. Die erzählte Geschichte weist eine gewisse Spannung und Aufregung auf. Die Handlung ist in verschiedene Akte eingeteilt, die sich wiederum in Szenen und Auftritte gliedern.

 

Arten von Dramen

Es gibt verschiedene Dramenarten. In sogenannten Einortdramen begrenzt sich die Handlung lediglich auf einen Ort. In Bewegungsdramen hingegen werden die Schauplätze oft gewechselt. Im analytischen Drama hat der entscheidende Vorfall bereits vor der einsetzenden Handlung stattgefunden wohingegen beim synthetischen Drama auf den Vorfall oder Konflikt erst mit der Handlung hingelenkt wird. Das offene Drama zersplittert die Handlung in mehrere selbstständige Episoden. Eine Entwicklung der Handlung nach einen vorgeschriebenen Ablauf findet sich im geschlossenen Drama wieder.

 

Lessings Nathan der Weise und das Ideendrama

Drama - Aufführung auf der Bühne

Drama – Aufführung auf der Bühne

Eine Form des Dramas, die vor Allem im 18. Jahrhundert weit verbreitet war, bildet das Ideendrama. Dabei wird in die Handlung eine Weltanschauung integriert, die auf einer philosophischen Idee basiert. Der Leser bwz. Zuschauer wird durch den Verzicht ausschweifender Beschreibungen direkt auf diese Idee hin gelenkt. Ein Beispiel für diese Form des Dramas ist Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise. In diesem letzten Werk von 1779 behandelt Lessing die Ideen des Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung.

 

Die Ringparabel und der Toleranzgedanke

Im Zentrum der Geschichte steht die berühmte Ringparabel. Sie gibt prägnant das humanistische Denken Lessings wieder und gilt heute als Schlüsseltext der Aufklärung. Der dem Judentum zugehörige Protagonist Nathan wird gefragt, welche Religion ihm am meisten einleuchte. Nathan entscheidet sich jedoch weder für den Islam noch für das Christen- oder Judentum, sondern stellt vielmehr alle Religionen gleichberechtigt nebeneinander. Es geht dem reichen Kaufmann aus Jerusalem lediglich darum, ein Mensch zu sein. Akzeptanz und Toleranz ist es, wofür Lessing in dieser Parabel einsteht.