Um im Berufsleben Fuß zu fassen, ist eine gute Ausbildung unabdingbar. Auch ohne den Ehrgeiz zu besitzen, später unbedingt Karriere machen zu müssen oder zu wollen, ist eine solide Lehre wichtig für den späteren Lebensweg.

Nicht nur in Deutschland, sondern im ganzen deutschsprachigen Raum hat sich das duale Bildungssystem bewährt. Dabei findet eine parallele Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule statt. Unabhängig vom Berufszweig haben die Auszubildenden über einen Zeitraum von in der Regel 2,5 bis 3,5 Jahren – abhängig vom Schulabschluss und der Branche – ein- bis zweimal pro Woche berufsbegleitenden Unterricht an einer Berufsschule. An den anderen Tagen findet die praktische Ausbildung in den Betrieben statt. Die in der Berufsschule erworbenen theoretischen Kenntnisse können so sofort in praktische Arbeit umgesetzt werden.

Alternativ besteht für die jungen Menschen nach Ende der Schulausbildung die Möglichkeit, an einer berufsbildenden Schule auch ohne Ausbildungsvertrag eine berufliche Ausbildung zu starten. Sogar ohne Schulabschluss werden Ausbildungslehrgänge mit berufsvorbereitendem Charakter angeboten. So bietet das Berufsgrundbildungsjahr eine gute Möglichkeit, Versäumnisse nachzuholen und einen Schulabschluss als Basis für eine Berufsausbildung zu erarbeiten. Natürlich ist mit einem Schulabschluss der Start einfacher.

An Berufskollegs besteht die Möglichkeit, entweder ein fachbezogenes oder ein allgemeines Abitur abzulegen. Die berufsbegleitende Ausbildung erfolgt hier normalerweise über Praktika. Bei einer Ausbildungszeit von zwei Jahren ist das erste Jahr überwiegend der praktische Teil, im zweiten Jahr steht die allgemeine und fachbezogene schulische Ausbildung im Fokus. In Deutschland gibt es bedingt durch das föderale Prinzip teilweise gravierende Unterschiede in den Regelungen zur Berufsausbildung. Innerhalb des vom Bundesbildungsgesetz (BBiG) vorgegebenen Rahmens können die Bundesländer selbst die Vorgaben zur Ausbildung geben.

Wer die allgemeine Schule bereits mit Abitur abschließt, kann sich für einen Studiengang an einer Universität oder Fachhochschule entscheiden. An einer Universität besteht die Möglichkeit zu einer Promotion, also des Erwerbs eines Doktortitels. Im Zuge der europäischen Vereinheitlichung im Hochschulbereich wurde 1999 im sogenannten Bologna-Prozess der Abschluss als Bachelor oder weiterführend als Master festgelegt. In Deutschland ersetzt diese Regelung die früher möglichen Abschlüsse mit Diplom oder Magister.