Das menschliche Gesicht besitzt eine bedeutende Eigenschaft, die es von sämtlichen anderen Körperteilen deutlich abhebt: Die Mimik. Auch als Mienenspiel bezeichnet, ist dieser Faktor eine teils unbewusste Reaktion des Körpers auf die Umwelt, welche die Gemütslage der jeweiligen Person unterstreicht. Mit ihr sind Menschen in der Lage, ohne den Gebrauch von Worten miteinander zu kommunizieren.

Wissenschaftliche Aspekte

Die Körpersprache gehörte zu den interessantesten Aspekten des Menschen, welche die ersten Soziologen eingehend untersuchten. Hierbei stand vor allen Dingen die Mimik im Vordergrund, da sie viel über eine Person verrät, ohne dass diese auch nur ein einziges Wort ausspricht. Der weltberühmte Kommunikationswissenschaftler, sowie Philosoph Paul Watzlawick, der 1921 im österreichischen Kärnten das Licht der Welt erblickt hatte, ermöglichte der allgemeinen Psychotherapie große Fortschritte dank seiner Studien auf dem Gebiet der nonverbalen Kommunikation. Er kam zu der brillanten Erkenntnis, dass es dem Menschen unmöglich ist, nicht zu kommunizieren.

Der Wissenschaftler erkannte, dass zwei Menschen augenblicklich miteinander interagieren, sobald sie sich wahrnehmen, selbst wenn diese Interaktion lediglich auf die Körpersprache begrenzt ist. Menschen – so Watzlawick – legen stets eine Form von Verhalten an den Tag, welche sich nicht abschalten lässt. Selbst das kleinste Zucken um die Augenwinkel herum oder das Rümpfen der Nase drücken Emotionen und damit Kommunikation aus.

In der Mimik erkennt man den Gemütszustand

In der Mimik erkennt man den Gemütszustand

Widerspiegelung der Gemütslage

Obwohl die Fähigkeit zur Mimik grundlegend bei jedem Menschen gleichermaßen vorhanden ist, hängt die Häufigkeit der einzelnen ausgedrückten Emotionen von der Persönlichkeit jedes einzelnen ab. So neigen beispielsweise ernsthaftere Charaktere weniger intensiv dazu, die Lippen zu einem Lächeln zu verziehen, als ausgeglichene oder gar alberne Persönlichkeiten. Unabhängig von der Gemütslage aber, lässt sich die Stimmung eines Menschen am Besten an den Augen sowie dem Mund ablesen. In diesen beiden Regionen äußert sich die Mimik insbesondere, wobei aber auch Fälle beobachtet wurden, bei denen die Stirn oder die Nasenflügel ähnlich häufig eine Emotion untermauerten. Das Mienenspiel selbst ist in der Regel ein unterbewusster Prozess, welcher durch die Aktivität des menschlichen Gehirns entsteht, kann aber natürlich auch bewusst angewandt werden. So wird etwa die nonverbale Kommunikation gezielt eingesetzt, wenn Menschen ihre Freude unterstreichen wollen – sie lächeln. In diesem Fall wird die Mimik eine Bestätigung der Ehrlichkeit des kommunizierten Gefühls, was im Übrigen der Grund dafür ist, warum Schauspieler in der Lage sind, glaubwürdig ihre Rollen zu verkörpern.

Eindeutige Emotionen

Es gibt sechs festgelegte Gemütszustände, welche jede menschliche Mimik auszudrücken vermag. Dies sind die Gefühle der Freude, Überraschung, Furcht, Wut, Abscheu und Traurigkeit. Diese Emotionen sind besonders eindeutig, weshalb sie jedem Menschen als Mittel der Kommunikation nachgesagt werden. Andere Gefühlsregungen sind etwas spezifischer und abhängig der jeweiligen Persönlichkeit, weshalb sie sekundär im Fokus der Soziologen stehen. Dennoch vermag es die Mimik, Emotionen wie Scham, Mitgefühl, Verwirrung, Langeweile und auch Liebe erkennbar zu vermitteln.