Frei von der Leber weg könnte man es so beschreiben: was im Straßenverkehr die StVO (Straßenverkehrsordnung) darstellt, übernimmt bei der Sprache die Grammatik. Im Griechischen bedeutet Grammatik „Die Kunst des Lesens und Schreibens“ im Lateinischen „Geschriebenes, Buchstabe“. Linguisten gehen dieses Thema wesentlich spezifischer an. Grammatik beschreibt das Regelwerk, die Grundstruktur der Sprache – und zwar jeder Sprache – sei sie nun eine lebendige, tatsächlich gesprochene oder künstlich erschaffene Sprache. Die Grammatik bestimmt die Zusammensetzung einzelner Wörter, Phrasen, Satzglieder und Sätze. Ein der einfachsten Regeln im Satz lautet zum Beispiel Subjekt-Verb-Objekt. Zunächst wird der Agens (Subjekt) benannt, dann was er tut (Verb) und anschließend die näheren Umstände (Objekt).

Der Begriff Grammatik bezieht sich auch auf die Erforschung dieser Regeln, Teilbereiche sind die Morphologie, Syntax, Phonologie, oft auch die Phonetik, sowie die Semantik.

Was bedeuten diese Fachbegriffe?

Die Morphologie beschäftigt sich in der Linguistik mit den einzelnen Wörtern, ein Morphem ist der kleinste Teil der Sprache, es kann gemeinsam mit anderen Morphemen oder alleine ein Wort repräsentieren und ihm ist entweder eine Bedeutung oder grammatische Funktion zugeordnet.

Anders die Syntax, im Altgriechischen bedeutet dieses Wort Reihenfolge, demnach geht es hier um die Zusammensetzung und Anordnung der Wörter in einem Satz.
Auch die Phonologie ist ein Teilbereich der Grammatik, hier wird untersucht welche Laute den Sinn des Gesprochenen unterscheiden und welche nicht. Ein sehr anschauliches Beispiel hierfür: Vor der Hochzeit pflückst du Rosen, nach der Hochzeit flickst du Hosen. Obwohl nur der erste Buchstabe (Laut) die beiden Wörter Rosen und Hosen unterscheidet, ändert sich die Bedeutung.
Bekannter ist der Allgemeinheit die Phonetik, sie betreibt die Erforschung der Erzeugung, Übertragung und Empfang von Signalen im Rahmen von Sprache, praktische Aspekte der Phonologie also.
Um die Bedeutung von Zeichen (Wörter, Phrasen oder Symbole) geht es bei der Semantik. So kann eine Konjugation (Wortbeugung) dies bereits verdeutlichen. Das Wort „ magst“, kann aufgespalten werden in „etwas mögen“ und der 2. Person Singular zugeteilt werden, also Du magst.

Welche linguistischen Bereiche sind nicht Teil der Grammatik?

Obwohl es nicht unbedingt einleuchtend erscheint, die Orthographie, also Rechtschreibung, wird nicht zur Grammatik dazu gezählt. Auch Stilistik und Rhetorik werden hier nicht eingereiht. Sollte man sich also einmal im Ton, bzw. Stil vergriffen haben oder den Leser, bzw. Zuhörer nicht überzeugt haben, so bleibt wenigstens der Trost: an der Grammatik lag es dabei zumindest nicht. Das Prädikat und das Plusquamperfekt sind auch Bestandteil der Grammatik.